WHO warnt vor Krankheiten in Flüchtlingslagern im Libanon

Der Nahostkrieg hat mehr als eine Million Menschen innerhalb des Libanons in die Flucht getrieben. In den überfüllten Vertriebenencamps droht der Ausbruch von Infektionskrankheiten.

Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor der Ausbreitung von Infektionskrankheiten in überfüllten Flüchtlingslagern im Libanon. Masern, Hepatitis A, Durchfall und andere Leiden bedrohten die Menschen in den Camps, erklärte WHO-Sprecher Christian Lindmeier am Dienstag in Genf.

Rund 140.000 Binnenflüchtlinge seien in 674 Lagern untergebracht. Zudem steige die Zahl der Vertriebenen, deren mentale Gesundheit durch die anhaltende Gewalt zwischen Israel und der proiranischen Schiitenmiliz Hisbollah gefährdet sei. Tausende Menschen bräuchten inzwischen Hilfe.

Kinder unter den Toten

Lindmeier erklärte weiter, dass Libanons Gesundheitsbehörden seit Beginn des Konflikts Anfang März mindestens 1.461 Todesfälle, darunter 129 Kinder, sowie mehr als 4.400 Verletzte gemeldet hätten. Insgesamt befinden sich laut dem Hilfswerk UNHCR mehr als eine Million Menschen innerhalb des Libanons auf der Flucht vor den Kämpfen.

Die USA und Israel hatten Ende Februar eine massive Militärkampagne gegen den Iran begonnen. Das iranische Regime reagierte mit Angriffen auf US-Einrichtungen und zivile Objekte in mehreren Staaten der Region sowie mit Attacken auf Israel.

Nach Raketen-Angriffen der Hisbollah-Miliz auf Israel weitete sich der Konflikt auf den Libanon aus. Israel nahm die Hisbollah im Libanon unter massiven Beschuss. Zudem leiteten die Israelis eine Bodenoffensive im Libanon ein, wo die Hisbollah ihre Basis hat.

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