Genf, Rom - Nach den jüngsten Schiffsunglücken ist die Zahl der Toten und Verletzten im Mittelmeer in diesem Jahr auf nahezu 1.000 gestiegen. Allein in den vergangenen Tagen starben vermutlich mehr als 180 Flüchtlinge und Migranten oder wurden als vermisst gemeldet, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Dienstag mitteilte.
Damit habe der Jahresanfang 2026 die höchsten Opferzahlen seit 2014, hieß es. Am Sonntag seien bei einem der Unglücke im zentralen Mittelmeer mehr als 80 Migranten als vermisst gemeldet worden, nachdem ein Boot kurz nach der Abfahrt aus Libyen gekentert sei. Bei starkem Seegang sei Wasser in das Boot eingedrungen.
IOM-Generaldirektorin: Schleuser stoppen
Laut IOM konnten 32 Überlebende von einem Handelsschiff und einem Schlepper gerettet werden. Zwei Tote seien geborgen worden. IOM-Generaldirektorin Amy Pope betonte, dass die Rettung von Menschenleben oberste Priorität haben müsse. Gleichzeitig brauche es entschlossene Anstrengungen, um Schleuser zu stoppen und reguläre Wege für die Migration auszubauen.
Migranten und Flüchtlinge aus Afrika und Asien zahlen Schleuserbanden vergleichsweise hohe Summen, um über das Mittelmeer nach Europa gebracht zu werden. Die Passagen auf den kaum seetauglichen Booten sind hochgefährlich und enden in vielen Fällen in Tragödien.