Human Rights Watch: Regierungstruppen im Sudan brechen Menschenrechte

Human Rights Watch wirft den Regierungstruppen im Sudan Festnahmen, Misshandlungen und Verschwindenlassen vor. Der Krieg in dem ostafrikanischen Land macht die Zivilbevölkerung zur Zielscheibe der Konfliktparteien.

Frankfurt a.M., Nairobi - Willkürliche Festnahmen, Folter und Misshandlungen: Regierungstruppen im Sudan verletzen Human Rights Watch zufolge vielfach Menschenrechte in den von ihnen kontrollierten Gebieten. Die Armee und ihnen zugeordnete Sicherheitskräfte führten eine Kampagne von Einschüchterung und Vergeltung, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Mittwoch in Nairobi.

Im Sudan eskalierte der Machtkampf zwischen regulärer Armee und den paramilitärischen „Rapid Support Forces“ (RSF) vor drei Jahren in einen Krieg, der eine der schlimmsten humanitären Katastrophen der jüngeren Vergangenheit ausgelöst hat. Millionen Menschen leiden Hunger und sind vor der Gewalt auf der Flucht. Beiden Konfliktparteien wurden wiederholt Angriffe auf die Zivilbevölkerung und Zerstörung ziviler Infrastruktur vorgeworfen. Nach der Eroberung der Stadt Al-Faschir durch die RSF im Oktober etwa drangen Berichte über blutige Gewalt und Massaker nach außen.

Klima der Straflosigkeit beklagt

In von der Regierung gehaltenen Gebieten würden Menschen unter anderem wegen ihrer ethnischen Abstammung, ihres humanitären Engagements oder ihrer politischen Haltung als Kollaborateure der RSF bezichtigt und festgenommen, führte Human Rights Watch in dem neuen Report auf. Das sei vor allem in Regionen der Fall, die die Streitkräfte aus der Kontrolle der RSF zurückerobert hätten. „Berichte ehemaliger Häftlinge, ihrer Angehörigen und ihrer Anwälte zeichnen ein düsteres Bild willkürlicher Übergriffe, die durch ein Klima der Straflosigkeit begünstigt werden“, erklärte Mohamed Osman, Sudan-Experte bei Human Rights Watch.

Demnach sollen Menschen unrechtmäßig auch in Militärstützpunkten und in normalen Häusern festgehalten worden sein, die zu Hafteinrichtungen umgewandelt worden seien. In einigen Fällen seien die Festgenommenen verschwunden, heißt es in dem Report. Die mit den Berichten konfrontierte Generalstaatsanwaltschaft habe die Vorwürfe zurückgewiesen.

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