Nairobi/Antananarivo - Madagaskar hat aufgrund der sich verschärfenden Energiekrise den Ausnahmezustand verhängt. Die Regierung kündigte am Dienstagabend an, dieser solle zunächst für zwei Wochen gelten. Die vom Iran-Krieg verschärfte Krise gefährdeten den Frieden und die Stabilität des Landes, hieß es.
Seit Mitte März herrscht in dem südostafrikanischen Inselstaat bereits akuter Benzinmangel, viele Institutionen können nicht mehr betrieben werden. Durch die unterbrochene Energieversorgung sei das Land in einer „tiefen Krise“, erklärte die Regierung. Der Ausnahmezustand soll helfen, „konkrete und rasche Maßnahmen zu ergreifen, um die Energieversorgung wiederherzustellen und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Dienste zu gewährleisten“.
Reformen zugesagt
Präsident Andry Rajoelina hatte im Oktober nach wochenlangen Protesten gegen die Regierung das Land verlassen. Das Parlament stimmte für eine Amtsenthebung Rajoelinas, der General Michael Randrianirina wurde als neuer Präsident vereidigt. Der Ausnahmezustand sei wichtig, um auch in Krisenzeiten die angestrebten Reformen im Land voranzutreiben, betonte die Regierung.