Papst Leo auf Afrikareise

Es wird die bisher längste Reise von Leo XIV. In elf Tagen - vom 13. bis 23. April - will der Papst vier Länder besuchen: Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. In Nordafrika begibt er sich auf die Spuren des heiligen Augustinus.

Rom - Papst Leo XIV. bricht zur bislang längsten Auslandsreise seines Pontifikats auf: Vom 13. bis 23. April will der Papst vier afrikanische Länder besuchen.

Algerien: Auf den Spuren des heiligen Augustinus (13. bis 4. April)

Die Reise nach Algerien steht ganz im Zeichen des christlich-muslimischen Dialogs. Das zeigt bereits das vom Vatikan für den Algerienaufenthalt kreierte Logo, auf dem zwei Tauben zu sehen sind, die aus demselben Kelch trinken. Die Bevölkerung Algeriens ist mehrheitlich muslimischen Glaubens, nur 0,2 Prozent sind Katholiken. Am ersten Tag steht ein Besuch der großen Moschee von Algier auf dem Plan.

Leo wird der erste Papst sein, der Algerien besucht. Für ihn hat das Land auch eine persönliche Bedeutung, es ist die Heimat des heiligen Augustinus. Der gebürtige US-Amerikaner Robert Francis Prevost gehört dem Augustinerorden an, mit 14 Jahren trat er in das Augustiner-Knabenseminar in Chicago ein. Augustinus von Hippo wurde 354 in Souk Ahras geboren und starb 430 in Hippo Regius, dem heutigen Annaba. Dort will Papst Leo in der Basilika des heiligen Augustinus einen Gottesdienst feiern.

Kamerun: Den Dialog im Krisengebiet fördern (15. bis 18. April)

Am dritten Tag der Reise geht es weiter nach Kamerun. Dort stehen drei Ziele auf dem Plan, die Hauptstadt Yaoundé, die Stadt Bamenda und die Wirtschaftsmetropole Douala. Das offizielle Motto in Kamerun lautet: „Dass alle eins seien“, das Logo zeigt eine offene Bibel unter dem Kreuz Christi.

Leo will in Kamerun Waisenhäuser und Krankenhäuser besuchen. In Yaoundé ist auch ein Treffen mit Wissenschaftlern von der Katholischen Universität von Zentralafrika organisiert. Die Lage in Kamerun ist politisch angespannt: Der 93-jährige Präsident Paul Biya regiert das Land seit Jahrzehnten autoritär.

In den englischsprachigen Regionen besteht seit zehn Jahren ein bewaffneter Konflikt zwischen separatistischen Gruppierungen und Truppen der frankophonen Regierung. Für die etwa 20 Prozent der Bevölkerung Kameruns, die dort leben, hat dieser eine schwere humanitäre Krise ausgelöst. Leo will mit einem Friedenstreffen im anglophonen Bamenda zum Dialog beitragen.

Angola: Sozialer Fokus im Entwicklungsland (18. bis 20. April)

In Angola, wo der Papst am sechsten Tag seiner Reise eintreffen wird, steht die Regierung von João Lourenço immer wieder in der Kritik. Demonstrationen und Streiks gegen den Regierungschef prägen die politische Lage, Einschränkungen der Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit sind in Angola keine Seltenheit. Die Hälfte der rund 38 Millionen Einwohner des Entwicklungslandes gelten als arm, 64 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 24.

Am 19. April will Leo mit dem Helikopter nach Muxima fliegen, wo er am Marienheiligtum mit den Gläubigen den Rosenkranz beten will. Die Bevölkerung Angolas ist zu etwa 40 Prozent katholisch. Das Logo für den Besuch zeigt die Silhouette des Landes unter einer schützenden Welle Gottes.

Nach dem Abstecher nach Muxima reist der Papst am kommenden Tag in die von der Hauptstadt rund 800 Kilometer entfernte Stadt Saurimo im Osten Angolas, wo viele Binnenflüchtlinge aus der Zeit des Bürgerkriegs leben. Nach einem Besuch in einem Altenheim will Leo dort eine Messe unter freiem Himmel feiern.

Äquatorialguinea: Heimspiel zum Abschluss (21. bis 23. April)

Zum Abschluss reist Leo am 21. April nach Äquatorialguinea, wo rund 75 Prozent der etwa 1,6 Millionen Einwohner katholischen Glaubens sind. Äquatorialguinea ist das einzige Land Afrikas, in dem Spanisch gesprochen wird - quasi die zweite Muttersprache des Papstes, der rund 20 Jahre in Peru lebte, wo er als Missionar tätig war. Auf dem Logo für den Papstbesuch in Äquatorialguinea prangt die Darstellung einer Familie (Vater, Mutter, Kind) und der Ankunft der ersten Missionare vor 170 Jahren.

In dem zentralafrikanischen Staat herrscht große Armut. Die Bildung wird auch hier ein zentrales Thema des Papstbesuches darstellen: Leo wird in der Nationaluniversität einen Campus besuchen, der seinen Namen trägt, einen Tag darauf eine technische Schule in Mongomo, die nach seinem Vorgänger, Papst Franziskus, benannt ist.

Am selben Tag fliegt der Papst weiter nach Bata, wo er mit Strafgefangenen zusammenkommen will. Viele Grundrechte sind in Äquatorialguinea, das seit 1979 autoritär von Teodoro Obiang Nguema Mbasogo regiert wird, eingeschränkt.

In Malabo, das bis vor wenigen Monaten die Hauptstadt Äquatorialguineas war, wird Leo am Morgen des 23. Aprils mit einer Stadionmesse seine Afrikareise beenden. Am Abend wird das Oberhaupt der katholischen Kirche wieder in Rom erwartet.

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