Evangelische Kirche: Mehr Geld für Hilfe im Sudan nötig

Aus Sicht der evangelischen Kirche tut die Staatengemeinschaft zu wenig, um den Menschen im Sudan zu helfen. Dort seien mehr als 33 Millionen Menschen auf Unterstützung angewiesen.

Hannover/Berlin - Drei Jahre nach Kriegsbeginn im Sudan dringt die evangelische Kirche auf mehr Geld, um den Menschen in dem afrikanischen Land zu helfen. „Im Sudan sind mehr als 33 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Es braucht eine internationale Kraftanstrengung, um der derzeit größten humanitären Katastrophe wirksam zu begegnen“, sagte die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, Dagmar Pruin, am Freitag. Sonst würden viele Menschen, die schon heute akut hungern, ein viertes Kriegsjahr nicht überleben.

Die evangelische Hilfsorganisation und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) erklärten vor der für nächsten Mittwoch in Berlin geplanten Sudan-Konferenz, dass der humanitäre Hilfsplan für den Sudan im vergangenen Jahr nur zu 40 Prozent finanziert gewesen sei, knapp 2,2 Milliarden Euro hätten gefehlt. Die Aussichten blieben angesichts von Haushaltskürzungen in vielen Geberländern düster. Auch Deutschland habe seit dem vergangenen Jahr die Mittel für weltweite humanitäre Hilfe mehr als halbiert.

Bischof Stäblein: Krieg zerreißt Familien

Der Berliner Bischof Christian Stäblein, EKD-Beauftragter für Flüchtlingsfragen, sagte, fast 90 Prozent der Menschen, die vor den Gräueln des Kriegs im Sudan fliehen und den Tschad erreicht haben, seien Frauen und Kinder. Väter und junge Männer seien auf dem Weg getötet oder vom Militär rekrutiert worden, oder sie versteckten sich. „Dieser Krieg verursacht tiefe Traumata und zerrissene Familien, die sich ohne Hilfe kaum über Wasser halten können“, sagte der Theologe. Gerade in solchen Momenten brauche es umfängliche Hilfe für die Menschen auf der Flucht und für jene, die sie im Tschad aufnehmen.

Im nordostafrikanischen Sudan herrscht seit Mitte April 2023 ein verheerender Krieg, ausgetragen zwischen der Armee und der paramilitärischen RSF-Miliz. Die Kämpfe haben eine der schwerwiegendsten humanitären Katastrophen der jüngeren Vergangenheit ausgelöst. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als zwölf Millionen Menschen auf der Flucht. Zu den Aufnahmeländern zählen unter anderem der Tschad und der Südsudan.

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