UN: Nahost-Krieg könnte mehr als 30 Millionen Menschen arm machen

Je länger der Krieg im Nahen Osten dauere, desto größer sei das Risiko, dass weltweit weitere Menschen in schlecht entwickelten Ländern in Armut geraten, warnt das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen.

Frankfurt a.M./New York - Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) befürchtet, dass der Krieg im Nahen Osten Millionen Menschen weltweit zusätzlich in Armut stürzt. Wirtschaftlich schwächere Länder seien langfristig vom Konflikt betroffen, auch wenn sie räumlich weit entfernt liegen, erklärte das UN-Entwicklungsprogramm am Montag. Im schlimmsten Fall könnten zusätzlich 32 Millionen Menschen in 162 Ländern Millionen in Armut gedrängt werden, gehe aus einer UNDP-Untersuchung hervor.

Besonders anfällig seien Länder in der Golfregion, in Asien, in Subsahara-Afrika sowie kleine Inselentwicklungsstaaten. Je länger der Krieg dauere, desto größer sei das Risiko, dass Menschen schnell in Armut geraten.

Allgemeine Subventionen werden nicht empfohlen

Der Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen, Alexander De Croo, erläuterte, weniger entwickelte Staaten hätten den geringsten finanzpolitischen Spielraum, um steigende Energie- und Lebensmittelpreise abzufedern. Sie müssten wählen zwischen stabilen Preisen heute und Investitionen in Gesundheit, Bildung und Arbeit in der Zukunft. „Das ist inakzeptabel - und vermeidbar. Entscheidend ist, frühzeitig politisch zu handeln“, sagte De Croo.

Das UN-Entwicklungsprogramm empfahl zeitlich begrenzte Bargeldtransfers an besonders armutsgefährdete Menschen. Auch seien zeitlich begrenzte und gezielte Subventionen und die Einführung von Gutscheinen zur Grundversorgung mit Strom oder Gas zum Kochen denkbar. Allgemeine Energiesubventionen indes würden vor allem wohlhabenderen Haushalten helfen und seien langfristig finanziell nicht nachhaltig.

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