Papst Leo in Algerien: Frieden und Versöhnung fördern

Papst Leo ist in Algerien angekommen, der ersten Station seiner Afrika-Reise. Der erste Reisetag stand im Zeichen von Frieden und Versöhnung, auch zum verbalen Angriff von US-Präsident Donald Trump fand Leo klare Worte.

Algier, Rom - Papst Leo XIV. besucht den afrikanischen Kontinent. Am Montagmorgen startete der Flieger mit dem Papst und zahlreichen Journalisten um kurz nach neun Uhr vom Flughafen Rom Fiumicino aus. In elf Tagen will der Papst Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea besuchen. Die Reise stelle eine „unheimlich wertvolle Gelegenheit“ dar, „mit derselben Stimme, mit derselben Botschaft weiterzumachen, die wir vermitteln wollen: Frieden, Versöhnung, Respekt und Achtung für alle Völker zu fördern“, sagte das Kirchenoberhaupt auf dem Flug nach Algier vor Journalisten.

Erste Station seiner Reise ist Algerien. In dem Land befindet sich der Geburtsort des Heiligen Augustinus. Leo ist Mitglied des Augustinerordens und war, bevor er Papst wurde, Leiter des Ordens. Der heilige Augustinus biete eine sehr wichtige Brücke im interreligiösen Dialog, sagte der Papst. Am Montagnachmittag stand noch ein Besuch der großen Moschee von Algier auf dem Terminplan des Papstes. Er freue sich sehr, Algerien erneut zu besuchen, sagte er. Leo ist zwar der erste Papst, der das Land bereist, als Leiter des Augustinerordens war Robert Francis Prevost aber bereits zweimal in Algerien.

„Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung“

Augustinus von Hippo wurde 354 in Souk-Ahras geboren und starb 430 in Hippo Regius, dem heutigen Annaba. Dort will Papst Leo am Dienstag in der Basilika des heiligen Augustinus einen Gottesdienst feiern. Der Besuch in Algerien sei nicht nur für ihn, sondern auch für die Kirche und die Welt ein Segen, „denn wir müssen immer nach Brücken suchen, um Frieden und Versöhnung zu schaffen“, sagte der Papst.

Leo äußerte sich auf dem Flug auch auf Nachfrage zu dem verbalen Angriff von US-Präsident Donald Trump gegen ihn. Trump hatte Leo XIV. am Sonntag (Ortszeit) im Netzwerk Truth Social harsch attackiert. „Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung“, sagte Papst Leo laut den Berichten der anwesenden Journalisten.

Der Papst solle sich zusammenreißen, der radikalen Linken nicht nach dem Munde reden und sich darauf konzentrieren, ein großer Papst zu sein und kein Politiker, hatte Trump geschrieben.

Keine Debatte mit Trump

Er selbst spreche vom Evangelium, betonte Papst Leo. Er werde daher „weiterhin lautstark gegen den Krieg sprechen“. Der Papst fügte hinzu: „Ich habe nicht die Absicht, mich auf eine Debatte mit ihm einzulassen.“

Leo XIV. hatte Trump in den vergangenen Tagen mehrfach für dessen Kriegskurs gegen den Iran kritisiert. Trumps Drohen mit dem Auslöschen einer ganzen Zivilisation, die dieser kurz vor einer Einigung auf eine Waffenruhe mit dem Iran ausgesprochen hatte, nannte er „inakzeptabel“.

Besuch des Mahnmals für Märtyrer

Auch bei seinem ersten Termin auf algerischem Boden fand der Papst klare Worte. Beim Besuch des Mahnmals für die Märtyrer, die im algerischen Unabhängigkeitskrieg ihr Leben verloren haben, erinnerte er daran, dass wahre Freiheit und Frieden nur durch Vergebung möglich seien.

Jesus stelle jenen „die nach vergänglichen Reichtümern suchen, die täuschen und enttäuschen und leider am Ende oft das menschliche Herz verderben und Neid, Rivalität und Konflikte hervorrufen“, dieselbe Frage, wie vor 2.000 Jahren, sagte Leo: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt?“ An dem 1982 errichteten Mahnmal legte er einen Blumenkranz nieder.

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