Mainz - Signifikante Veränderungen des Grundwasserspiegels bedrohen die Trinkwasserversorgung in großen Teilen der weltweiten Küstenregionen und von mehr als 30 Prozent der Menschheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag in der Fachzeitschrift „Nature Water“ veröffentlichte Studie. Ein Forscherteam der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität und des in Hamburg ansässigen Climate Service Centers hatte dafür Daten von 480.000 Brunnen in verschiedenen Ländern der Welt untersucht und hat die nach Angaben der Verfasser bislang umfangreichste Datenanalyse zum Küstengrundwasser vorgelegt.
Im untersuchten Zeitraum zwischen 1990 und 2024 entwickelte sich das Niveau des Grundwasserspiegels regional sehr unterschiedlich. Vor allem im Mittelmeerraum, in Südafrika, Indien sowie an den Küsten der USA und Zentralamerikas sowie im Süden Australiens sank er laut der Studie zuletzt jedoch signifikant, teilweise um mehr als 50 Zentimeter pro Jahr. Die Entwicklung begünstige - zusammen mit dem steigenden Meeresspiegel infolge des Klimawandels - das Eindringen von Meerwasser in die für die Trinkwassergewinnung wichtigen Schichten, warnten die Forscher.
Auch Lebensmittelerzeugung in Gefahr
„Besonders gefährdet sind Küstengebiete, in denen das Grundwasser in der Nähe des Meeresspiegels liegt, sowie generell trockene Gebiete, in denen die Bevölkerung sich besonders auf Grundwasser verlassen muss“, erklärte Studienleiter Robert Reinecke. Folgen habe die Entwicklung nicht nur für die in den betroffenen Regionen lebenden Menschen, sondern auch für die Lebensmittelerzeugung und die dortigen Ökosysteme.