Genf - Mehrere Monate nach der Festnahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro durch die USA möchten laut den Vereinten Nationen immer mehr Venezolanerinnen und Venezolaner in ihre Heimat zurückkehren. Über ein Drittel der in anderen lateinamerikanischen Länder lebenden Geflüchteten hätten dies in einer Umfrage angegeben, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Dienstag in Genf mit. Voraussetzung für eine Rückkehr sei allerdings, dass sich die Lebensbedingungen verbesserten.
Der autoritär regierende Maduro war während eines als Angriffs durch das US-Militär Anfang des Jahres verschleppt worden. Seitdem regiert seine Vizepräsidentin Delcy Rodríguez das Land und beugt sich Forderungen der US-Regierung, vor allem nach Zugang zu Erdöl und Rohstoffen aus dem Bergbau. Venezuelas Wirtschaft liegt nach Jahrzehnten von Sanktionen und Misswirtschaft am Boden.
6,9 Millionen Venezolaner in Lateinamerika
Als Hauptmotiv für die Rückkehrwünsche wurde laut UN-Angaben die Familienzusammenführung genannt. Im November 2025 befanden sich dem UNHCR zufolge 6,9 Millionen venezolanische Flüchtlinge und Migranten in Lateinamerika und der Karibik, darunter vier Millionen, die auf Hilfe angewiesen waren. Auch in anderen Teilen der Welt leben Menschen, die Venezuela aus politischen und wirtschaftlichen Gründen verlassen haben.
Der US-Angriff auf Venezuela wurde als völkerrechtswidrig kritisiert. Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores befinden sich seitdem in einem Gefängnis in New York und sollen wegen Terrorismus und Drogenhandels angeklagt werden.