Rund 250 Flüchtlinge nach Bootsunglück im Indischen Ozean vermisst

Das Kentern eines Flüchtlingsboots im Golf von Bengalen mit womöglich mehr als 200 Toten wirft ein Schlaglicht auf die Rohingya-Krise und den anhaltenden Konflikt in Myanmar.

Frankfurt a.M., Dhaka - Nach dem Kentern eines Flüchtlingsboots im Indischen Ozean werden mehr als 200 Tote befürchtet. Das Boot mit Rohingya-Flüchtlingen aus Myanmar und Bangladeschern an Bord war laut UN-Angaben auf dem Weg vom Süden Bangladeschs nach Malaysia, wie der Sender BBC am Mittwoch berichtete. Etwa 250 Männer, Frauen und Kinder würden vermisst.

Der Trawler sei Berichten zufolge wegen starken Winds, schweren Seegangs und Überladung gekentert, heißt es in einer Mitteilung des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) vom Dienstag. Das Unglück spiegele die Folgen wider, die die anhaltende Vertreibung der Rohingya und das Fehlen einer Lösung für die Krise in Myanmar mit sich brächten, erklärten die UN-Organisationen. Die Gewalt in der Heimatregion der Rohingya mache Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr der Flüchtlinge dorthin zunichte.

Flucht nach der Flucht

Hunderttausende Angehörige der muslimischen Rohingya-Minderheit sind ins Nachbarland Bangladesch geflohen. Der Höhepunkt der Vertreibung war eine brutale Militäroffensive 2017, bei der mehr als 800.000 Rohingya flüchteten. In Bangladesch leben sie großteils unter erbärmlichen Bedingungen in Camps. Immer wieder versuchen Rohingya, den Camps zu entkommen und über den Indischen Ozean Zuflucht in Malaysia zu finden.

Die UN-Organisationen appellierten an die internationale Gemeinschaft, die Hilfen für die Rohingya in Bangladesch ebenso zu verstärken wie für die aufnehmenden Kommunen, um die Bedingungen vor Ort zu verbessern und so die Menschen von der gefährlichen Flucht übers Meer abzuhalten. Die Tragödie mahne auch dazu, die Ursachen für die Vertreibungen in Myanmar dringend anzugehen und den Rohingya eine sichere Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen.

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