USA heben weitere Sanktionen gegen Venezuela auf

Das Finanzministerium der USA erlaubt nun wieder Geldgeschäfte mit einzelnen venezolanischen Banken. Innerhalb des Landes wächst derweil der Unmut über geringe Löhne und weiterhin schlechte wirtschaftliche Aussichten.

Berlin/Washington - Die USA haben weitere Sanktionen gegenüber der venezolanischen Regierung und Banken aus dem südamerikanischen Land aufgehoben. Das Finanzministerium in Washington teilte am Dienstag (Ortszeit) mit, dass man den Handel und Finanzaustausch mit vier venezolanischen Banken und deren Tochterunternehmen wieder erlaubt habe. Außerdem könnten Unternehmen mit gewissen Ausnahmen wieder geschäftliche Verträge mit der venezolanischen Regierung abschließen. Durch die Maßnahmen sind wieder direkte Geldgeschäfte mit Venezuela möglich, was unter anderem den Handel und die Überweisung von Geldern vereinfacht.

Venezuelas amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez forderte am selben Tag die Aufhebung aller Sanktionen gegen das südamerikanische Land. Gegenüber einer US-Delegation, geführt vom stellvertretenden Staatssekretär für fossile Energien des US-Energieministeriums Kyle Haustveit, sagte Rodríguez laut der staatlichen Nachrichtenagentur AVN, „eine einzelne Genehmigung bietet keine Rechtssicherheit für die Zukunft“. Über die Plattform X verkündete Rodríguez zudem den Abschluss neuer Verträge mit dem US-Erdölkonzern Chevron.

Erstmals 2005 mit Sanktionen belegt

Die USA haben das offiziell sozialistisch regierte Land erstmals 2005 mit Sanktionen belegt. Anfang Januar griff das US-Militär Venezuela nach monatelangen Drohungen an und nahm Präsident Nicolás Maduro sowie seine Ehefrau Cilia Flores fest. Rodríguez übernahm als ehemalige Vizepräsidentin des Landes das Regierungsgeschäft. Die neue Regierung treibt in enger Zusammenarbeit mit den USA eine wirtschaftliche Öffnung voran und sendet gleichzeitig einzelne Signale in Richtung einer Demokratisierung des Landes.

Innerhalb des Landes mehren sich derweil Proteste für eine Erhöhung des Mindestlohns von umgerechnet etwa 0,33 US-Dollar sowie für eine wirtschaftliche Erholung des Landes. Rodríguez hat eine Verbesserung der Löhne für den 1. Mai in Aussicht gestellt, demokratischen Wahlen innerhalb des Jahres 2026 allerdings eine Absage erteilt.

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