Nairobi/Bamenda - Der Besuch von Papst Leo XIV. im Nordwesten Kameruns lässt laut dem Priester Tatah Mbuy viele Menschen in der Region auf Frieden hoffen. In den englischsprachigen Gebieten des ansonsten frankofonen Landes habe die Bevölkerung in den vergangenen Jahren sehr gelitten, sagte der Kommunikationsdirektor der Erzdiözese Bamenda dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das geistliche Oberhaupt der Katholiken wird für Donnerstag in der Stadt Bamenda erwartet, der Hauptstadt der Nordwest-Region.
In Nordwest und Südwest bekämpfen sich die Unabhängigkeitsbewegung der englischsprachigen Regionen und die Zentralregierung seit 2016. Nun hätten die Separatisten eine Waffenruhe für die Zeit des Papstbesuchs angekündigt, sagte Tatah Mbuy. "Wir hoffen, dass der Frieden bleibt und einen Neuanfang ermöglicht.”
Massaker durch Separatisten und Militär
Die Unabhängigkeitskämpfer kontrollieren Teile der Diözese, haben Checkpoints errichtet, erheben Zölle. Die Bevölkerung ist der Gewaltherrschaft ausgesetzt. Auf Geheiß der Separatisten müssen Geschäfte montags geschlossen bleiben, es sollen sich keine Menschen im öffentlichen Raum aufhalten. Personen, die sich widersetzen, werden bestraft, öffentliche Plätze wie Märkte gezielt angegriffen, wie unter anderem das Nachrichtenportal „Mimi Mefo Info“ berichtete. Sowohl die Separatisten als auch das Militär haben laut Menschenrechtsorganisationen Massaker an Zivilistinnen und Zivilisten begangen.
Die Kirchen spielen eine wichtige Rolle im Friedensprozess. Die könnte sich durch den Papstbesuch noch verstärken, sagte Mbuy. Die Bischöfe der Erzdiözese Bamenda hätten bereits zu Beginn des Konflikts einen Brief an den Präsidenten Paul Biya verfasst. "Hätte er auf sie gehört, dann wären wir heute nicht da, wo wir sind.”
Erste Afrika-Reise von Papst Leo
Papst Leo XIV. befindet sich auf seiner ersten Reise auf dem afrikanischen Kontinent. Neben Kamerun zählen auch Angola und Äquatorialguinea zu seinen Stationen. Immer wieder haben Päpste versucht, durch Besuche im Ausland gezielt Impulse für Friedensprozesse zu setzen. So besuchte Papst Franziskus 2023 den Südsudan, um im bis heute anhaltenden Konflikt zu vermitteln und zusammen mit Vertretern anderer Konfessionen zu Dialog aufzurufen.
Der Papst komme nach Bamenda, um den Menschen, die wütend seien oder viel Leid erfahren hätten, zuzuhören, sagte Mbuy. "Er kommt gewiss als Brückenbauer, um all die Brücken wieder aufzubauen, die wir zerstört haben, und um denen Hoffnung zu bringen, die sie verloren haben.”