Berlin/Lima - In Peru hat der ultrarechte Präsidentschaftskandidat Rafael López Aliaga eine Belohnung für den Beweis für Wahlmanipulation ausgesetzt. Er werde Beschäftigten von an der Wahl beteiligten Behörden 20.000 Pesos (umgerechnet etwa 5.000 Euro) zahlen, wenn sie ihm Informationen zu möglichen Unregelmäßigkeiten, Betrug oder Sabotage liefern, teilte er in der Nacht auf Donnerstag auf X mit.
Dabei sprach der frühere Bürgermeister der Hauptstadt Lima Mitarbeitende des Wahlbüros ONPE, des Wahlgerichts JNE und von privaten Firmen, die in die Umsetzung der Wahl von Sonntag involviert sind, direkt an und sicherte ihnen Anonymität und Schutz zu. „Peru braucht die Wahrheit. Dies ist der Moment, um zu handeln“, schrieb López Aliaga. Andere Präsidentschaftskandidaten sowie die EU-Wahlbeobachtungsmission widersprechen seinen Betrugsvorwürfen.
López Aliaga kämpft um Einzug in Stichwahl
Nach dem Urnengang von Sonntag stand ein Ergebnis weiter aus. Bis zum Donnerstagmittag waren 93 Prozent der Stimmen ausgezählt. Demnach liegt die rechtsgerichtete Keiko Fujimori, Tochter des von 1990 bis 2000 autoritär herrschenden Präsidenten und inzwischen verstorbenen Alberto Fujimori, mit 17 Prozent vorn. Dahinter kämpfen drei Kandidaten mit jeweils um die elf Prozent um den Einzug in die Stichwahl, darunter López Aliaga mit etwa 10,000 Stimmen weniger als der Linke Rafael Sánchez. Die Stichwahl ist für den 7. Juni geplant.
Während der Wahl gab es massive Verzögerungen. Aufgrund zu spät gelieferter Stimmzettel konnten einzelne Wahllokale am Sonntag nicht öffnen, weshalb die Abstimmung bis zum Montag verlängert wurde. Mittlerweile ermittelt deshalb die Justiz. Insgesamt traten 36 Kandidatinnen und Kandidaten für das Präsidentenamt an.
Peru steckt seit mehreren Jahren in einer tiefgreifenden politischen Krise. Unter anderem aufgrund wiederholter Korruptionsskandale hatte das Land innerhalb der vergangenen zehn Jahre acht Staatsoberhäupter.