Norwegischer Flüchtlingsrat: Für Hilfe im Iran fehlt Geld

Die Landesdirektorin des Norwegischen Flüchtlingsrats, Martje van Raamsdonk, kann nicht verstehen, "wie Milliarden für einen Krieg ausgegeben werden können, aber so wenig, um den Opfern zu helfen".

Frankfurt a.M. - Der Norwegische Flüchtlingsrat beklagte eine mangelnde Unterstützung für die Menschen im Iran. „In der aktuellen Krise haben wir nur von Norwegen und Schweden Mittel bekommen. Es scheint, dass andere Geber die politische Diskussion nicht von der humanitären Lage trennen“, sagte die Landesdirektorin des Norwegischen Flüchtlingsrats im Iran, Martje van Raamsdonk, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag).

Vielleicht hätten viele Geber auch nicht verstanden, wie der Flüchtlingsrat im Iran arbeiten kann, weil die Kommunikation aus dem Land heraus schwierig und die Sichtbarkeit begrenzt sei. „Wir sind Teil der Flüchtlingshilfeplanung des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR), die nur zu 4,3 Prozent finanziert ist“, sagte Raamsdonk. Für sie sei die große Frage, „wie Milliarden für einen Krieg ausgegeben werden können, aber so wenig, um den Opfern zu helfen“.

„Wir haben jeden Tag durchgezählt“

Während der Angriffe habe sie große Sorge gehabt um die Sicherheit der mehr als hundert Mitarbeiter des Flüchtlingsrates. „Wir haben jeden Tag durchgezählt, um sicherzugehen, dass es allen gut geht“, berichtete die Landesdirektorin.

Der Waffenstillstand habe dazu geführt, dass sich die Lage ein Stück weit normalisiert habe. „Geschäfte sind offen. Man sieht Leute in Cafés“, berichtet Raamsdonk. Doch fühle es sich eher wie eine Kampfpause an, in der es jederzeit wieder eskalieren könne.

Menschen haben Jobs verloren

Für die Zukunft des Landes seien die Aussichten schlecht. „Sehr viele Leute haben ihre Jobs verloren, weil ihre Fabriken bombardiert wurden“, sagte die Vertreterin der Hilfsorganisation. Afghanische Flüchtlinge würden meist als Tagelöhner auf dem Bau arbeiten und seien deshalb besonders betroffen. „Schon vor dem Krieg hatten die Leute, die in unsere Servicecenter kamen, mit der hohen Inflation und dem Währungsverfall zu kämpfen“, sagte Raamsdonk. Sie habe von vielen gehört, deren Arbeitsverträge nicht verlängert wurden.

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