Mexiko-Stadt - Die mexikanische Regierung hat eingeräumt, dass eine Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ihren Ursprung in Anlagen des staatlichen Konzerns Petróleos Mexicanos (Pemex) auf See hatte. Wie das Magazin „Proceso“ am Donnerstag (Ortszeit) berichtete, wurden drei Mitarbeiter der Pemex-Leitung vom Dienst suspendiert sowie Anzeige gegen sie erstattet.
Nach langer Verzögerung gab Pemex-Direktor Víctor Rodríguez bekannt, dass die großflächige Verschmutzung durch ein Leck in einer Ölpipeline in der Nähe der Plattform Abkatún Cantarell verursacht worden sei. Schon am 8. Februar hatten Spezialtaucher das Leck in einer 36-Zoll-Ölleitung lokalisiert. Die Reparaturarbeiten dauerten bis am 18. Februar. Die ersten Ölklumpen gelangten Anfang März an die Küste von Veracruz.
Umweltschutzorganisationen erklärten, auf Satellitenbildern seien seit dem 6. Februar Ölflecken vor der Küste zu erkennen gewesen. Diese befanden sich genau über einer Pipeline von Pemex, die eine Plattform im Meer mit dem Hafen Dos Bocas verbindet. In diesem Hafen befindet sich die Raffinerie Olmeca, die seit zwei Jahren in Betrieb ist.
Proteste von Anrainern
Die mexikanische Regierung hatte über Wochen öffentlich ausgeschlossen, dass die Ölpest von Pemex verursacht wurde. Sie vermutete den Grund bei einem privaten Industrieschiff sowie „natürlich vorkommenden Ölquellen“. Nach Protesten von Anrainern, die von der Fischerei und vom Tourismus leben, gründete die Regierung schließlich eine Kommission zur Untersuchung des Vorfalls. Diese deckte nun das Ölleck in den Anlagen von Pemex auf. Das Leck sei von den operativen Abteilungen des Unternehmens „systematisch geleugnet“ worden, sagte Direktor Rodríguez.
Nach Angaben des Marineministeriums sammelten die Behörden an 48 Stränden der Atlantikküste auf einer Länge von 630 Kilometern insgesamt 915 Tonnen an Erdöl-Rückständen ein. Die mexikanische Regierung stellte den betroffenen Fischereikooperativen eine Entschädigung für den Erwerbsausfall in Aussicht.