Berlin/Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Beziehungen mit der venezolanischen Regierung wieder aufgenommen. Dies erklärte die Finanzorganisation mit Sitz in Washington am Donnerstagnachmittag (Ortszeit). Man sei derzeit in Gesprächen mit der Regierung von Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez. Der IWF hatte seine Zusammenarbeit mit Venezuela nach eigener Darstellung 2019 abgebrochen, weil er die Wiederwahl von Präsident Nicolás Maduro im Jahr davor als nicht rechtmäßig eingestuft hatte.
Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 2018 waren von Betrugsvorwürfen und der Verfolgung der Opposition überschattet. Zu Beginn dieses Jahres wurde der autoritär regierende Maduro vom US-Militär aus Venezuela verschleppt und vor Gericht gestellt. Rodríguez war bis dahin seine Stellvertreterin und übernahm nach dem US-Angriff die Amtsgeschäfte. Seitdem hat sie den Zugang zu den reichen Erdöl-Reserven und Rohstoffvorkommen Venezuelas für die USA geöffnet.
Acht Millionen Menschen brauchen Hilfe zum Überleben
Rodríguez dankte US-Präsident Donald Trump, US-Außenminister Marco Rubio und IWF-Direktorin Kristalina Georgieva für die Wiederaufnahme der direkten Beziehungen. Es sei ein wichtiger Schritt für die Wirtschaft Venezuelas und der Position des Landes innerhalb der Region, sagte sie dem staatlichen TV-Sender VTV. Die Wirtschaft des südamerikanischen Landes liegt nach Jahrzehnten von Sanktionen und Misswirtschaft am Boden. Den UN zufolge sind fast acht Millionen Menschen dringend auf Hilfe angewiesen.
Der IWF und das offiziell sozialistisch regierte Venezuela sind bereits seit Anfang der 2000er Jahre auf Distanz gegangen. 2007 erklärte der damalige Präsident Hugo Chávez seinen Austritt aus dem IWF, der formell nie vollendet wurde. Sein Nachfolger Maduro versuchte seit 2020 wieder Beziehungen zum IWF aufzubauen und Kredite aufzunehmen, woraufhin es mehrere informelle Treffen zwischen der Regierung und dem Finanzinstitut gab.