UN-Kommission besorgt über neue Leichenfunde im Südsudan

Im Südsudan toben Kämpfe zwischen der Armee und Rebellen. Bei Straßenarbeiten wurden nun Leichen gefunden. Die Vereinten Nationen dringen auf Aufklärung.

Juba, Genf - Die UN-Menschenrechtskommission für den Südsudan hat sich tief besorgt über Leichenfunde bei Straßenbauarbeiten im Bundesstaat Jonglei geäußert. Die Berichte über die Toten seien inmitten erneuter Kämpfe im Südsudan aufgetaucht, teilte die Kommission am Freitag in der Hauptstadt Juba mit.

Es gebe heftige Gefechte zwischen den regulären Streitkräften und bewaffneten Einheiten der Widerstandsbewegung SPLA-IO. Bei den Leichen könnte es sich auch um die sterblichen Überreste von Kämpfern handeln, die früher getötet wurden. Die Umstände ihres Todes und ihrer Bestattung seien weiterhin unklar.

„Die Entdeckung menschlicher Überreste in einem von Konflikten betroffenen Gebiet ist immer Anlass zu großer Sorge“, sagte Yasmin Sooka, Vorsitzende der Kommission. „Auch wenn die Fakten noch nicht vollständig bekannt sind, ist es unerlässlich, die Wahrheit über das Geschehene aufzudecken.“

Forensische Untersuchungen nötig

Die Kommission betonte, dass solche Fundorte gesichert und für unabhängige Ermittlungen, einschließlich forensischer Untersuchungen, im Einklang mit internationalen Standards erhalten bleiben müssen.

Der Südsudan ist erst seit 2011 vom Sudan unabhängig, wird seitdem jedoch von einem Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem früheren Vize Riek Machar beherrscht. Seit 2025 intensiviert sich die Auseinandersetzung, Machar wurde seines Amtes enthoben und wegen Mordes und Hochverrat angeklagt. Den UN zufolge wurden im Südsudan allein in diesem Jahr Hunderte Zivilistinnen und Zivilisten getötet.

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