Streit um Wahlergebnis in Peru: Tausende demonstrieren

Eine Woche nach den Wahlen in Peru ist weiter unklar, wer gegen die Wahlsiegerin Fujimori als Zweitplatzierter in die Stichwahl einziehen wird. Der ultrarechte Kandidat López Aliaga spricht von Wahlbetrug, ohne dafür Beweise vorzulegen.

Berlin/Lima - Rund eine Woche nach der Präsidentschaftswahl in Peru nehmen die politischen Spannungen in dem Andenstaat zu. Während ein endgültiges Wahlergebnis weiter aussteht, demonstrierten am Sonntagabend (Ortszeit) Tausende Anhänger des ultrarechten Kandidaten Rafael López Aliaga unter dem Motto „Verteidigen wir die Demokratie“ in der Hauptstadt Lima. Die Zeitung „El Comercio“ berichtete von Demonstranten, die Plakate gegen einen mutmaßlichen Wahlbetrug in die Luft hielten und den Rücktritt des Präsidenten der Wahlbehörde ONPE, Piero Corvetto, verlangten.

Der derzeit bei der Auszählung der Stimmen drittplatzierte Kandidat López Aliaga wiederholte laut der Zeitung „La República“ seine Wahlbetrugsvorwürfe. Ihm zufolge konnten aufgrund zu spät gelieferter Stimmen über eine Million Personen nicht wählen, weshalb eine Wiederholung der Wahlen nötig sei. Trotz einer versprochenen Belohnung von umgerechnet 5.000 Euro konnte der ehemalige Bürgermeister von Lima López Aliaga bislang keine Beweise für seine Vorwürfe vorlegen. Kein anderer Präsidentschaftskandidat schloss sich den Forderungen von López Aliaga an.

Justiz ermittelt

In Peru waren die Wählerinnen und Wähler am 12. April zu Parlaments- und Präsidentschaftswahlen aufgerufen. Bis Sonntagnacht waren 93,5 Prozent der Stimmen ausgezählt. Demnach liegt die rechtsgerichtete Keiko Fujimori, Tochter des von 1990 bis 2000 autoritär herrschenden Präsidenten Alberto Fujimori, mit 17 Prozent vorn. Dahinter kämpfen drei Kandidaten mit jeweils um die elf Prozent um den Einzug in die Stichwahl, darunter López Aliaga mit etwa 14.000 Stimmen weniger als der Linke Rafael Sánchez. Die Stichwahl ist für den 7. Juni geplant.

Während der Wahl gab es massive Verzögerungen. Aufgrund zu spät gelieferter Stimmzettel konnten einzelne Wahllokale am Sonntag nicht öffnen, weshalb die Abstimmung bis zum Montag verlängert wurde. Mittlerweile ermittelt deshalb die Justiz. Insgesamt traten 36 Kandidatinnen und Kandidaten für das Präsidentenamt an.

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