Frankfurt a.M., Port-au-Prince - In Haiti nimmt der Hunger laut UN zu. Mehr als 5,8 Millionen Menschen - rund 52 Prozent der Bevölkerung - seien von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen, erklärte die Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) am Samstag in Port-au-Prince. Das seien 130.000 Menschen mehr als vor gut einem halben Jahr, was die kontinuierliche Verschlechterung der Lage aufzeige.
Bei rund 1,8 Millionen Menschen sei der Status einer Notlage erreicht, hieß es weiter. Sie seien dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Demgegenüber hätten Hilfsmaßnahmen seit dem vergangenen Jahr 200.000 Menschen so weit gestärkt, dass sie aus dieser kritischen Stufe entkommen konnten. Ohne schnelle und nachhaltige Hilfe drohe allerdings Ernährungsunsicherheit für weitere Millionen Einwohner.
Kampf gegen den Hunger zur Stabilisierung des Landes
Haiti gilt als das ärmste Land der westlichen Hemisphäre und ist seit vielen Jahren durch eine tiefe politische und wirtschaftliche Krise geprägt. Ausufernde Bandengewalt hat den Karibikstaat weiter destabilisiert, Hunderttausende Menschen in die Flucht getrieben, Hunger und Not ansteigen lassen. Aufgrund der Gewalt seien Lieferketten und Transportwege unterbrochen, Landwirte könnten ihr Land nicht bebauen und die Preise für lebenswichtige Güter schnellten nach oben, erklärte die FAO.
Der Kampf gegen den Hunger sei eine wesentliche Voraussetzung, um Haiti zu stabilisieren, betonte Wanja Kaaria, Vertreterin des Welternährungsprogramms für Haiti, zu den jüngsten Zahlen. „Es kann kein Frieden geschaffen werden, wenn Familien ihre Kinder nicht ernähren können“, erklärte sie. Nothilfe sei der erste Ansatz, der Wiederaufbau der lokalen Versorgungssysteme die Hoffnung für die Zukunft.