Verschwundene Journalistin soll in Haft sein

Es gibt neue Hinweise zu der in Syrien verschwundenen Journalistin Eva Maria Michelmann: Sie soll in einem Gefängnis in Aleppo inhaftiert sein. Das Auswärtige Amt will das nicht bestätigen.

Köln, Berlin - Die in Syrien verschwundene Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann soll sich in einem Gefängnis in Aleppo in Haft befinden. Dies hätten bei einem Gefangenenaustausch freigelassene Angehörige der Kurden-Miliz „Syrische Demokratische Kräfte“ (SDF) berichtet, erklärte der Anwalt der Familie Michelmanns, Roland Meister, in Gelsenkirchen. Michelmann soll sich demnach in der politischen Abteilung für weibliche Gefangene befinden. Die syrische Übergangsregierung verneine weiterhin die Inhaftierung Michelmanns.

Michelmann und ihr türkisch-kurdischer Kollege Ahmed Polat sind seit dem Einmarsch der Armee der syrischen Übergangsregierung in Rakka am 18. Januar verschwunden. Nach Angaben des Anwalts bestätigte ein Augenzeuge, dass sie verschleppt wurden. Er habe berichtet, dass ein Regierungsvertreter für die Region Aleppo den gesonderten Transport von Michelmann und Polat befohlen habe.

Misshandlungen und Hunger

Ein freigelassener SDF-Kämpfer berichtete laut Meister, dass Polat Anfang April in seine Abteilung verlegt worden sei. Der Zeuge habe von Misshandlungen und Hunger berichtet.

Der Fall Michelmann war auch Thema in der Regierungspressekonferenz am Montag in Berlin. Das Auswärtige Amt erklärte dort, es sei weiter „intensiv mit dem Fall befasst“, die konsularische Betreuung erfolge über die Botschaft in Beirut. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes könnten zu einer möglichen Inhaftierung keine Angaben gemacht werden. Die 36-jährige Michelmann berichtet nach Angaben des Anwalts seit 2022 als freie Journalistin aus Nordost-Syrien, hauptsächlich für die linke türkische Nachrichtenagentur Etkin Haber Ajansi (ETHA).

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