Peru: Ergebnisse der Präsidentschaftswahl kommen erst Mitte Mai

Betrugsvorwürfe, Pannen beim Urnengang: Seit Tagen wartet Peru auf die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl.

Berlin/Lima - Die Bekanntgabe der Ergebnisse der Präsidentschaftswahl in Peru verzögert sich weiter. Ein Sprecher der nationalen Wahlkommission (JNE) nannte den 15. Mai als Datum. Bis dahin sollten die verbleibenden 5.000 beanstandeten Wahlprotokolle kontrolliert werden, sagte der Sprecher am Montag (Ortszeit) bei einer online übertragenen Pressekonferenz. Damit bleibe genügend Zeit für die Wahlkampagne vor der bevorstehenden Stichwahl.

Für die Ergebnisse der Parlamentswahlen nannte der Sprecher kein Datum. Häufig beinhalteten die Protokolle rechnerische Fehler, weshalb Urnen neu ausgezählt werden müssten. Zuletzt hatte es Betrugsvorwürfe gegeben.

Angespannte Stimmung

Die Bevölkerung des Andenstaats war am 12. April zu Parlaments- und Präsidentschaftswahlen aufgerufen. Bisher sind rund 93,9 Prozent der Stimmen ausgezählt. Demnach liegt die rechtsgerichtete Keiko Fujimori, Tochter des von 1990 bis 2000 autoritär herrschenden Präsidenten Alberto Fujimori, mit 17 Prozent vorn. Dahinter kämpfen der linke Roberto Sánchez und der ultrarechte Rafael López Aliaga mit jeweils um die zwölf Prozent um den Einzug in die Stichwahl, die für den 7. Juni geplant ist.

Die Stimmung ist angesichts der Verzögerung angespannt. Am Sonntag hatten Tausende Anhänger López Aliagas in der Hauptstadt Lima gegen einen angeblichen Wahlbetrug protestiert. Der Politiker behauptet, es gebe einen Komplott aus Venezuela, um die Wahlen in Peru für einen linken Kandidaten zu entscheiden. Beweise dafür konnte er trotz einer versprochenen Belohnung von umgerechnet 5.000 Euro nicht vorlegen.

Verzögerungen bei Wahl

Während der Wahl gab es massive Verzögerungen. Aufgrund zu spät gelieferter Stimmzettel konnten einzelne Wahllokale vorerst nicht öffnen, weshalb die Abstimmung bis verlängert wurde. Mittlerweile ermittelt deshalb die Justiz. Insgesamt traten 36 Kandidatinnen und Kandidaten für das Präsidentenamt an. Der Sprecher der Wahlkommission rief zur Ruhe auf und versprach Transparenz bei der Auszählung der Stimmen.

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