Amnesty fordert Aufklärung von tödlicher Gewalt nach Tansania Wahl

Hunderte Menschen wurden bei Protesten nach der Wahl in Tansania getötet. Nach der Veröffentlichung des Berichts einer Untersuchungskommission dringt Amnesty auf weitere Aufklärung.

Nairobi/Daressalam - Amnesty International hat eine umfassende Aufarbeitung der Niederschlagung von Protesten in Tansania mit Hunderten Toten angemahnt. Laut dem Bericht einer staatlichen Untersuchungskommission kamen bei Demonstrationen nach den Präsidentschaftswahlen im vergangenen Herbst 518 Menschen ums Leben. Die Behörden müssten eine unabhängige und transparente Untersuchung dieser Todesfälle einleiten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, forderte die stellvertretende Amnesty-Regionaldirektorin für Ostafrika, Flavia Mwangovya, am Freitag.

Zudem müsse der ganze Bericht, den die Untersuchungskommission am Donnerstag der Präsidentin Samia Suluhu Hassan übergeben hatte, öffentlich gemacht werden, sagte Mwangovya. Die Details der Untersuchungen sollten veröffentlicht werden.

21 Kinder unter den Opfern

Bisher wurden nur zentrale Ergebnisse des Berichts präsentiert. Laut der Zeitung „The Citizen“ wurde ein Großteil der Menschen durch Schüsse getötet. 28 der Opfer sind demnach weiblich, bei 21 handele es sich um Kinder. Auch 16 Sicherheitskräfte seien ums Leben gekommen.

In Tansania war die Bevölkerung am 29. Oktober 2025 zu Präsidentschafts- und Parlamentswahlen aufgerufen. Nach den Wahlen, von denen wichtige Oppositionskandidaten ausgeschlossen waren, kam es zu landesweiten Protesten. UN-Experten verwiesen auf Schätzungen, denen zufolge nach der Wahl mindestens 700 Menschen getötet wurden. Andere Schätzungen gingen sogar von Tausenden möglichen Opfern aus.

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