Report: Krise am Golf verschärft Schuldenkrise im Globalen Süden

Immer mehr Länder im Globalen Süden geraten durch steigende Zinslasten und Krisen wie der am Golf unter Druck. Das hat dramatische Folgen für die Bevölkerung, heißt es im Schuldenreport 2026.

Düsseldorf - In Ländern, die bereits jetzt durch Zahlungen an ausländische Gläubiger stark belastet sind, wächst laut einer Studie angesichts der weltweiten Konflikte die Gefahr von Schuldenkrisen. 44 Staaten im Globalen Süden leiden unter einer sehr hohen Auslandsschuldenlast, wie der am Dienstag veröffentlichte Schuldenreport 2026 ergab. Weitere 25 Staaten seien hoch belastet. In 15 Ländern bestehe ein latentes Belastungsrisiko. Der Report wird jährlich vom katholischen Hilfswerk Misereor und dem deutschen Entschuldungsbündnis erlassjahr.de herausgegeben.

„Länder mit einer sehr hohen Auslandsschuldenlast müssen mehr als 15 Prozent ihrer Staatseinnahmen für Zins- und Tilgungszahlungen an ausländische Gläubiger aufbringen“, erklärte die Referentin Malina Stutz von erlassjahr.de. In Angola seien es sogar 60 Prozent, im Senegal 39 Prozent. „Damit fließt ein untragbar hoher Teil der öffentlichen Einnahmen in diesen Ländern nicht in elementare Staatsaufgaben wie Bildung, Gesundheit oder Infrastruktur, sondern an ausländische Gläubiger.“

Libanon im Zahlungsausfall

Die Krise am Golf verschärfe die Situation, warnte Misereor-Experte Benjamin Rosenthal. „Hohe Energie- und Lebensmittelpreise belasten zusätzlich die Staatshaushalte und werden zu einem Abzug von Kapital und höheren Kreditkosten in vielen verschuldeten Ländern führen.“ Der Libanon zum Beispiel leiste gemessen an den Staatseinnahmen den höchsten Schuldendienst weltweit und befinde sich im Zahlungsausfall.

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