Unicef prangert Gewalt gegen Kinder in sudanesischer Darfur-Region an

Die sudanesische Darfur-Region ist erneut Schauplatz eines brutalen Konflikts. Auch Kinder sind laut Unicef extremer Gewalt ausgesetzt.

Genf - Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat die Gewalt gegen Kinder in der sudanesischen Darfur-Region angeprangert. Kinder seien Opfer von Massenvertreibungen, akutem Hunger und Tötungen geworden, teilte Unicef am Dienstag in Genf mit.

Im Sudan wird seit rund drei Jahren ein Krieg zwischen der Armee und der RSF-Miliz ausgetragen. Die Darfur-Region, die Anfang der 2000er Jahre bereits Schauplatz von Gewalt und Gräueltaten war, ist besonders betroffen.

Sprengwaffen und Drohnen

Kinder seien einer alarmierenden Eskalation extremer Gewalt ausgesetzt, heißt es in einem Unicef-Bericht zur Lage von Kindern in Darfur. Häuser seien niedergebrannt, Märkte angegriffen, Schulen und Gesundheitseinrichtungen beschädigt oder zerstört worden. Nirgendwo seien die Auswirkungen gravierender als in der Stadt Al-Faschir. Seit April 2024 seien dort mehr als 1.500 schwere Kinderrechtsverletzungen bestätigt worden.

Darunter seien die Tötung und Verstümmelung von mehr als 1.300 Kindern, vielfach durch Sprengwaffen und Drohnen. Zudem seien sexualisierte Gewalt, Entführungen sowie Rekrutierung und Einsatz von Kindern durch bewaffnete Gruppen dokumentiert worden. Die Zahlen spiegelten das wahre Ausmaß der Gräueltaten mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vollständig wider. Ähnliche Muster zeigten sich auch in anderen Teilen des Sudans.

33 Millionen Menschen brauchen humanitäre Hilfe

Es gebe kaum internationale Aufmerksamkeit und wenig Hilfe für die Kinder, warnte Unicef. Das Ausmaß der Not sei heute noch größer als vor rund 20 Jahren, als Darfur schon einmal Schauplatz eines Krieges gewesen sei. Damals wurden Schätzungen zufolge bis zu 300.000 Menschen getötet.

Der aktuelle Krieg im Sudan hat eine massive humanitäre Krise ausgelöst. Mehr als 33 Millionen Menschen sind laut den Vereinten Nationen auf Hilfe angewiesen. Beiden Konfliktparteien werden Kriegsverbrechen vorgeworfen.

 

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