Deutschland steigt bei Risikoversicherer in Afrika ein

Die Entwicklungsministerin kündigt den Einstieg bei einer afrikanischen Versicherungsagentur an. Ziel ist es, Investitionen zu erleichtern und die Kooperation mit dem Kontinent auszubauen.

Berlin - Deutschland wird Miteigentümer der Versicherungsagentur African Trade & Investment Development Insurance (ATIDI), die Investitionen in Afrika gegen politische und wirtschaftliche Risiken absichert. Die Bundesregierung übernimmt einen Anteil von 3,5 Prozent und wird damit größter nicht-afrikanischer Anteilseigner, teilte das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) am Dienstag mit.

Der in Nairobi ansässige Risikoversicherer schützt Investitionen und Handel etwa vor Folgen von Staatskrisen, Putschen oder hoher Inflation. Solche Garantien sollen die Bereitschaft von Unternehmen erhöhen, in afrikanischen Märkten aktiv zu werden.

Ministerin will „riesigen Zukunftsmarkt“ erschließen

„Wir setzen uns dafür ein, Investitionen und Handel zu erleichtern, damit mehr privates Geld nach Afrika fließt“, sagte Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) bei ihrem Besuch in Kenia. Deutsche und afrikanische Unternehmen profitierten, weil sie leichter investieren und ihre Lieferketten absichern könnten. „Wir tragen dazu bei, deutschen Unternehmen den riesigen Zukunftsmarkt zu erschließen, den der afrikanische Kontinent zu bieten hat“, unterstrich die Ministerin.

Der Anteilskauf wird mit rund 15 Millionen Euro aus Haushaltsmitteln des Ministeriums sowie mit Eigenmitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert. ATIDI gehört mehrheitlich 24 afrikanischen Staaten, zudem sind 13 internationale Finanzinstitutionen beteiligt.

Nach Angaben des BMZ sollen künftig auch deutsche Firmen die Angebote des Versicherers nutzen können, um ihre Geschäfte abzusichern. Dabei arbeite die deutsche Entwicklungspolitik eng zusammen mit bestehenden Absicherungen der Außenwirtschaftsförderung, wie etwa den Hermes-Deckungen.

Alabali Radovan hält sich derzeit in Nairobi auf, wo sie am regionalen Weltgesundheitsgipfel teilnimmt. Sie warb für eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Gesundheit und Wirtschaft mit afrikanischen Partnern.

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