Frankfurt a.M., Naypyidaw - In Myanmar ist Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi Staatsmedien zufolge vom Gefängnis in den Hausarrest verlegt worden. Die Entscheidung sei zum Anlass des Buddha-Tags und aus humanitären Erwägungen getroffen worden, berichtete die Zeitung „The Global New Light of Myanmar“ am Freitag. Die 80-Jährige werde ihre restliche Strafe in einer zugewiesenen Unterkunft verbüßen.
In dem südostasiatischen Land putschte sich das Militär am 1. Februar 2021 an die Macht und setzte die gewählte Regierung unter Suu Kyi ab. Die de-facto-Regierungschefin wurde festgenommen und in mehreren Verfahren zu insgesamt 33 Jahren Haft verurteilt. Die Strafe wurde später auf 27 Jahre Haft reduziert. Vor zwei Jahren war Suu Kyi übergangsweise in den Hausarrest verlegt worden, was mit einer Hitzewelle begründet wurde.
Fernsehen veröffentlicht Foto
Zuletzt war die Sorge um ihren Gesundheitszustand nach langer Zeit ohne ein Lebenszeichen gestiegen. Das staatliche Fernsehen veröffentlichte nun ein Foto der Politikerin mit zwei Uniformierten.
Mitte April begnadigte die Militärjunta anlässlich des Neujahrsfests Tausende Gefangene, darunter auch den gestürzten Präsidenten Win Myint. Ein Anwalt Suu Kyis hatte damals erklärt, seine Mandantin werde aus dem Gefängnis in den Hausarrest verlegt. Medien berichteten von einer Strafverkürzung.
Suu Kyi hat sich seit den 1980er Jahren für die Freiheit ihrer Heimat und gegen die Militärregierung eingesetzt und erhielt dafür 1991 den Friedensnobelpreis. Sie war mehrfach in Haft und viele Jahre unter Hausarrest. Bei den ersten freien Wahlen nach 25 Jahren errang die von ihr gegründete Nationale Liga für Demokratie NDL Ende 2015 einen Erdrutschsieg und regierte nach einem erneuten Wahlsieg 2020 bis zum Putsch 2021.