Genf - Seit dem offiziellen Beginn der Feuerpause zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz am 17. April sind laut den UN mindestens 380 Menschen im Libanon getötet worden. Das teilte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Dienstag in Genf mit.
Die Menschen seien mit anhaltenden israelischen Luftangriffen, Beschuss, Zerstörungen, Evakuierungsanordnungen, Rückkehrverboten für bestimmte Gebiete und Bewegungsbeschränkungen konfrontiert. Das UNHCR berichtete von neuen Vertreibungen und einem rasch wachsenden humanitären Bedarf.
Tausende Familien hätten seit der Waffenruhe versucht, in ihre Heimatregionen zurückzukehren. Die Rückkehrer seien einer düsteren Realität ausgesetzt: weitreichende Zerstörung von Wohnhäusern und Infrastruktur, fehlende Strom- und Wasserversorgung, beschädigte oder nicht funktionsfähige Gesundheitseinrichtungen und Schulen.
Syrer kehren in ihre Heimat zurück
Laut UNHCR sind 310.000 Syrerinnen und Syrer, die im Libanon lebten, angesichts der Gewalt und Not in den vergangenen Wochen in ihre Heimat zurückgekehrt. Nach Angaben des Roten Kreuzes sind im Libanon insgesamt 1,2 Millionen Menschen von Vertreibung betroffen.
Ende Februar griffen die USA und Israel den Iran an, der mit der Hisbollah-Miliz eng verbündet ist. Die schiitische Hisbollah, die im Libanon als eine Art Staat im Staat existiert, attackierte daraufhin Israel Anfang März. Die israelische Armee reagierte mit massiven Militärschlägen auf den Libanon.