Umsatz mit Fairtrade-Produkten 2025 auf Rekordniveau

Kaffee und Kakao gehören zu den wichtigsten Fairtrade-Produkten in Deutschland. Im vergangenen Jahr ist der Umsatz um knapp neun Prozent auf einen Rekordwert gestiegen.

Köln - Der Umsatz von Produkten aus fairem Handel hat laut Fairtrade Deutschland im vergangenen Jahr ein „Rekordhoch“ von 3,14 Milliarden Euro erreicht. Gegenüber 2024 belief sich das Plus damit auf knapp neun Prozent, wie der Verein am Dienstag in Köln bilanzierte. Umgerechnet hätten die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland pro Kopf 38 Euro für Fairtrade-Produkte ausgegeben. Die Bundesrepublik gelte damit als führender europäischer Fairtrade-Markt in Europa.

Auch für das laufende Jahr zeigt sich Fairtrade trotz des Iran-Kriegs und der Folgen von Verteuerungen sowie Kaufzurückhaltung optimistisch. Dennoch müssten sich die Verbraucher auch bei fair gehandelten Produkten auf höhere Preise einstellen, kündigte Vorständin Claudia Brück an. Die Lieferketten könnten nur langfristig abgesichert werden, wenn die Kosten überall und damit auch bei den Kunden fair verteilt würden.

Gastronomie wird als Kunde wichtiger

Mit Blick auf das Sortiment bleiben den Angaben zufolge Kaffee und Kakao die wichtigsten Produkte, gefolgt von Bananen, Baumwolle und Textilien sowie Blumen und Pflanzen. Auch die Gastronomie werde als Kunde wichtiger.

Fairtrade selbst fördert bessere Existenzbedingungen nach eigenen Angaben mit einer über den Verkaufspreis erhobenen Prämie, die auf die Erzeugerpreise aufgeschlagen wird. Organisationen in den Herkunftsländern investierten diese unter anderem in gemeinschaftliche Projekte. Im Vorjahr seien so 42 Millionen Euro an Kooperativen und Plantagen ausgezahlt worden.

Verein befürwortet strengere Siegel-Kriterien

Der Verein, Teil des Dachverbands Fairtrade International, vergibt das Fairtrade-Siegel an Importeure, Hersteller und Händler, die bestimmte Standards erfüllen. Angesichts von europaweit 300 verschiedenen Nachhaltigkeitssiegeln begrüßt er die sogenannte Empco-Initiative der EU. Damit werde es ab 27. September strengere Regeln für Nachhaltigkeitssiegel und Aussagen zu Umweltfreundlichkeit geben. Künftig dürfen den Angaben zufolge Bezeichnungen wie „fair“, „nachhaltig“ oder „klimaneutral“ auf Produkten nur vergeben werden, wenn die Händler diese zertifizieren können oder sie von staatlicher Stelle festgelegt werden.

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