Frankfurt a.M., Mexiko-Stadt - In Mexiko sind im vergangenen Jahr sieben Journalisten getötet worden. Es sei das gefährlichste Land für Medienschaffende in der Region, hieß es in einem am Mittwoch (Ortszeit) in Mexiko-Stadt vorgestellten Bericht der Organisation „Article 19“. Zwei weitere Journalisten wurden demnach verschleppt, die international tätige Organisation registrierte weitere acht Mordversuche. 2024 seien in Mexiko fünf Medienschaffende getötet worden.
Insgesamt erfasste „Article 19“ in Mexiko im vergangenen Jahr 451 Angriffe auf die Medien, darunter Drohungen, Verleumdungskampagnen, Gerichtsverfahren sowie Bezeichnungen der Presse als Feind oder ausländischer Agent in offiziellen Äußerungen. 153 davon seien von staatlichen Stellen ausgegangen, vor allem auf Ebene der Bundesstaaten. 18 hätten schwere Menschenrechtsverletzungen dargestellt und 53 seien mit körperlicher Gewalt einhergegangen. Für 2024 nennt der Bericht insgesamt 465 Angriffe.
Strukturelle Straflosigkeit
Die Attacken erfolgen „Article 19“ zufolge im Zusammenhang mit Berichterstattung unter anderem zu Korruption, organisierter Kriminalität, sozialen Protesten sowie bei Recherchen zu schweren Menschenrechtsverletzungen. Seit dem Jahr 2000 seien 32 Journalistinnen und Journalisten verschleppt worden und blieben verschwunden. Gleichzeitig herrsche strukturelle Straflosigkeit, kritisierte die Organisation.
Auch in anderen Ländern der Region sind die Medienschaffenden anhaltender Gewalt ausgesetzt. So registriert „Article 19“ in Guatemala 90 Angriffe, darunter 3 Morde und eine Verschleppung, in Honduras 77 Angriffe, davon 2 Morde und mindestens einen Fall von Follter, und in El Salvador sahen sich dem Bericht zufolge 44 Journalistinnen und Journalisten gezwungen, das Land zu verlassen.