Berlin/Buenos Aires - In Argentinien haben mehr als eine Million Menschen gegen die Sparpolitik der Regierung im Bereich der universitären Bildung demonstriert. Allein in Buenos Aires gingen am Dienstag (Ortszeit) laut der Zeitung "ElDiarioAr" über 600.000 Menschen auf die Straße, weitere 400.000 demonstrierten in anderen Städten. Auf Plakaten prangerten die Demonstrierenden aktuelle Korruptionsskandale in der Regierung des rechtslibertären Präsidenten Javier Milei an und forderten, das Geld in öffentliche Bildung zu stecken.
Zu den Protesten hatten die öffentlichen Universitäten des Landes aufgerufen. Die Universität von Buenos Aires erklärte in einer Mitteilung, es sei dringend notwendig, dass die Regierung vom Parlament bereits im Jahr 2025 zugesagte Mittel auszahle. "Die fehlende Finanzierung schränkt die normalen Funktionen in Bildung, Forschung und Gesundheitsversorgung der Bevölkerung stark ein", hieß es.
Radikales Sparprogramm
Die Regierung erklärte hingegen, die Finanzprobleme seien hausgemacht. In einem Video auf der Plattform 'X' sagte der Staatssekretär für universitäre Bildung: "Aus ideologischen Gründen weigern sich die Universitäten, von ausländischen Studierenden Semestergebühren zu verlangen." Außerdem sei es notwendig, die Haushalte der Universitäten extern prüfen zu lassen.
In Argentinien ist der Zugang zu öffentlichen Universitäten kostenlos. Das Land besitzt im lateinamerikanischen Vergleich eine qualitativ hochwertige und gut ausgebaute universitäre Bildungs- und Forschungslandschaft.
Im September 2025 verabschiedete das argentinische Parlament gegen den Willen der Regierung ein Gesetz zur Aufstockung der öffentlichen Gelder für staatliche Universitäten. Die Regierung Milei setzt seit Amtsantritt im Dezember 2023 ein radikales Sparprogramm im krisengebeutelten Land um. Milei selbst bezichtigte die Universitäten bereits mehrmals, linksideologische Schulen zu sein, die "die Gehirne der Studierenden waschen".