Bremerhaven (epd). Nach 183 Tagen in der Antarktis ist das Forschungsschiff „Polarstern“ am Freitag in seinen Heimathafen Bremerhaven zurückgekehrt. Die Forschenden bringen dabei neue Erkenntnisse über den Rückgang des Meereises mit, wie das Institut mitteilte. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) sprach beim Empfang von bedeutenden Ergebnissen der Expedition: „Sie führt uns vor Augen, dass auch das Meereis der Antarktis vom Klimawandel betroffen ist.“
Der wissenschaftliche Direktor des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven (AWI), Hajo Eicken, betonte: „Die Polarstern bringt seit 40 Jahren immer wieder neue Erkenntnisse ans Licht, die uns helfen, die prägende Rolle der Polargebiete im Erdsystem zu verstehen.“ Während rund um den Nordpol der Rückgang des Meereises seit Jahrzehnten dokumentiert sei, habe die Antarktis lange Zeit als stabil gegolten, hieß es. Seit 2017 gehe jedoch die sommerliche Ausdehnung des Meereises auch im Süden stark zurück.
Artenschutz im Weddellmeer untersucht
Auch für den Artenschutz war die Expedition den Angaben zufolge von Bedeutung: Ein internationales Forschungsteam untersuchte demnach, wie sich die Artenvielfalt und die Funktionen des Ökosystems im östlichen Weddellmeer verändern, einem Hotspot der Biodiversität. Das Weddellmeer, ein Randmeer der Antarktis, gilt als eines der letzten weitgehend unberührten Meeresgebiete der Erde. Deutschland drängt seit Jahren auf die Errichtung eines Meeresschutz-Gebietes in der Region.
Ministerin Bär kündigte mit der „Polarstern II“ ab 2030 einen Nachfolger für das bundeseigene Schiff an, „damit wir auch zukünftig mit internationalen Partnern Spitzenforschung in der Arktis und Antarktis betreiben können“. Das eisbrechende Forschungsschiff „Polarstern“ lief 1982 vom Stapel. Seither hat es laut AWI in mehr als 150 Expeditionen fast zwei Millionen Seemeilen zurückgelegt.