Söldner im Sudan-Krieg: Vorwürfe gegen Vereinigte Arabische Emirate

Im Sudan-Krieg mischen auch ausländische Akteure mit. Laut einem Bericht von "Human Rights Watch" gelangen Söldner aus Kolumbien über die Vereinigten Arabischen Emirate in das Land.

Nairobi - Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch„ (HRW) sieht weitere Belege für die Beteiligung der Vereinigten Arabischen Emirate im Sudan-Krieg. Laut einem am Dienstag veröffentlichten Bericht wurden seit 2024 Hunderte kolumbianische Söldner von der in dem Golfstaat ansässigen Sicherheitsfirma "Global Security Services Group" angeheuert, um im Sudan an der Seite der paramilitärischen “Rapid Support Forces" (RSF) zu kämpfen. Bei der Einreise in den Sudan hätten die Söldner auch Militärbasen in den Vereinigten Arabischen Emiraten passiert.

„Die Anwerbung kolumbianischer privater Militärdienstleister ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Vereinigten Arabischen Emirate die 'Rapid Support Forces' militärisch unterstützen, die im Sudan wiederholt abscheuliche Gräueltaten begangen haben“, sagte Mausi Segun, Leiterin der Afrika-Abteilung bei HRW.

Fotos und Videos ausgewertet

Für den 83-seitigen Bericht hat die Menschenrechtsorganisation nach eigenen Angaben mehrere Interviews geführt, unter anderem mit zwei kolumbianischen Söldnern, die im Sudan waren. Zudem seien Unternehmensdokumente, offizielle Dokumente sowie Fotos und Videos ausgewertet worden. Einer der interviewten Söldner habe von Trainings in den Vereinigten Arabischen Emiraten berichtet, hieß es.

Den Angaben zufolge wurden auch Videos verifiziert, die ausländische Söldner, mutmaßlich Kolumbianer, bei der Einnahme der Stadt Al-Faschir durch die RSF-Miliz im vergangenen Oktober zeigen. In dem Vorgehen der RSF gegen die Bevölkerung in und um die Stadt sahen Ermittler der Vereinten Nationen Anzeichen eines Völkermordes. Anfragen von HRW bei der Sicherheitsfirma sowie den Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate seien unbeantwortet geblieben, hieß es.

Krieg seit 2023

In dem seit April 2023 andauernden Krieg im Sudan stehen sich die reguläre Armee und die RSF-Miliz gegenüber. Den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde wiederholt vorgeworfen, die RSF zu unterstützen, etwa mit Waffen. Der Golfstaat hat dies zurückgewiesen. Auch die Präsenz kolumbianischer Söldner in dem Krieg ist schon länger bekannt. Vergangenes Jahr hatte die sudanesische Armee ein Flugzeug mit mutmaßlichen Kämpfern aus dem südamerikanischen Land abgeschossen.

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