Brüssel - Die EU will ihre humanitäre Hilfe angesichts wachsender globaler Krisen effizienter gestalten. Der humanitäre Bedarf sei so hoch wie nie zuvor, sagte die EU-Kommissarin für Krisenmanagement und humanitäre Hilfe, Hadja Lahbib, am Mittwoch in Brüssel. Weltweit benötigten derzeit fast 240 Millionen Menschen Unterstützung.
„Wenn diese Menschen eine Nation bilden würden, wäre das die fünftgrößte der Welt“, sagte Lahbib. Die Zahl entspreche nahezu der Gesamtbevölkerung von Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien zusammen.
Hälfte der Bedürftigen bleibt ohne Unterstützung
Nach Angaben der Kommission reicht die weltweite Finanzierung der humanitären Hilfe derzeit nicht aus. Weniger als die Hälfte der Bedürftigen könne unterstützt werden. Millionen Menschen erhielten keine lebensrettende Hilfe.
Die Kommission setzt bei ihren Reformplänen drei Schwerpunkte: besserer Schutz humanitärer Helfer, effizientere Lieferketten sowie eine engere Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren, internationalen Finanzinstitutionen und dem Privatsektor.
Eine Aufstockung der Mittel ist darin nicht vorgesehen. Über den EU-Haushalt entscheiden das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten. Das Budget für humanitäre Hilfe liegt 2026 bei rund 2,3 Milliarden Euro, nach der Mobilisierung zusätzlicher Reserven. Gemeinsam mit den Mitgliedstaaten bleibt die EU nach eigenen Angaben der größte Geber weltweit und stellte 2025 rund 34 Prozent der globalen humanitären Finanzierung bereit.