Genf - Die globale Durchschnittstemperatur wird laut einer Prognose der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in den nächsten fünf Jahren weiter auf oder nahe einem Rekordniveau liegen. Zwischen 2026 und 2030 werde die jährliche globale mittlere Oberflächentemperatur voraussichtlich zwischen 1,3 und 1,9 Grad Celsius über dem Durchschnitt von 1850 bis 1900 liegen, teilte die WMO am Donnerstag in Genf zur Veröffentlichung eines Berichts mit.
Die Durchschnittswerte von 1850 bis 1900 gelten als der vorindustrielle Referenzwert. Es sei wahrscheinlich, dass ein Jahr zwischen 2026 und 2030 als das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen in die Geschichte eingehen werde, teilte die WMO mit. Bislang ist 2024 das wärmste jemals gemessene Jahr.
Temperaturanstieg über 1,5 Grad
Laut der Prognose ist es zudem sehr wahrscheinlich, dass die globale durchschnittliche Oberflächentemperatur in mindestens einem Jahr zwischen 2026 und 2030 vorübergehend 1,5 Grad Celsius über den Durchschnittswerten von 1850 bis 1900 liegt. Dieser Wert sei auch 2024 vorübergehend überschritten worden, als die globale durchschnittliche Oberflächentemperatur etwa 1,55 Grad Celsius über dem vorindustriellen Referenzwert gelegen habe.
Im Pariser Klimaabkommen von 2015 haben sich mehr als 190 Staaten das Ziel gesetzt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius, möglichst auf 1,5 Grad, im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Dass in den nächsten fünf Jahren ein einzelnes Jahr den Durchschnitt von 1850 bis 1900 um mehr als zwei Grad Celsius übersteigen wird, ist laut WMO äußerst unwahrscheinlich.
Regionale Vorhersagen
Der „Global Annual-to-Decadal Update“-Bericht wurde vom britischen meteorologischen Dienst im Auftrag der WMO erstellt. Die Studie befasst sich auch mit dem beobachteten Klima der vergangenen fünf Jahre und liefert regionale Vorhersagen für Temperaturen und Niederschläge für die nächsten fünf Jahre.