Nairobi. Ein kenianisches Gericht hat die Einrichtung eines Ebola-Quarantänezentrums für US-Bürger vorerst gestoppt. Wie die Zeitung „Daily Nation“ am Freitagmorgen berichtete, untersagte das Hohe Gericht das Vorhaben bis auf Weiteres. Demnach dürfen im Rahmen der Vereinbarung vorerst auch keine an Ebola erkrankten oder der tödlichen Infektionskrankheit ausgesetzten Personen einreisen. Der Fall solle in der kommenden Woche weiterverhandelt werden.
Das Quarantänezentrum mit 50 Betten in der Region Laikipia sollte laut US-amerikanischen Medien ab Freitag einsatzbereit sein. Es sollte US-Amerikaner aufnehmen, die im Ost-Kongo oder den Nachbarländern mit dem Virus in Kontakt gekommen sein könnten, und sie so aus den USA fernhalten. Die kenianische Regierung habe dafür ihr Einverständnis gegeben, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf Regierungsbeamte. Eine offizielle Bestätigung seitens der kenianischen Regierung gab es nicht.
Hunderte Ebola-Verdachtsfälle
In Kenia stieß das Vorhaben auf Kritik. Das Katiba-Institut, das sich für die Einhaltung der kenianischen Verfassung einsetzt, hatte die Klage eingereicht. Das Institut verwies auf schwerwiegende verfassungsrechtliche Bedenken hinsichtlich des Rechts auf Leben und Gesundheit.
Vor zwei Wochen war ein Ebola-Ausbruch im Osten der Demokratischen Republik bekannt geworden, mit bisher Hunderten Verdachtsfällen. Auch in Uganda wurden Fälle gemeldet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der schnellen Ausbreitung des Virus einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. In Kenia, das an Uganda angrenzt, wurden bisher keine Fälle gemeldet. Gegen die für den Ausbruch verantwortliche Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus gibt es keinen zugelassenen Impfstoff. Eine Infektion mit der Variante verläuft Schätzungen zufolge in 25 bis 50 Prozent der Fälle tödlich.