UN: Hunderttausende flüchten vor anhaltender Gewalt im Südsudan

Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Milizionären in Südsudans Bundesstaat Jonglei haben Hunderttausende Menschen in die Flucht gezwungen. Viele Frauen wurden Opfer sexueller Gewalt.

Genf - Hunderttausende Menschen sind laut den UN seit Dezember 2025 vor anhaltender Gewalt in einer östlichen Region des Südsudan geflüchtet. Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Milizionären hätten eine der schlimmsten Vertreibungskrisen der letzten Jahre ausgelöst, erklärte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag in Genf.

Brennpunkt sei der Bezirk Akobo in dem Bundesstaat Jonglei, wo 140.000 Menschen brutal verjagt worden seien. Zudem seien im gesamten Jonglei und angrenzenden Bundesstaaten seit Ende des vergangenen Jahres mehr als 300.000 Menschen in die Flucht gezwungen worden. Weitere 100.000 Kinder, Frauen und Männer hätten sich auf der Suche nach Schutz nach Äthiopien durchgeschlagen.

Traumatisierte Kinder

Das UNHCR berichtet auch über Familien, die in ihre Heimatgebiete zurückgekehrt seien. Die Rückkehrer finden den Angaben nach zerstörte und geplünderte Häuser und Unterkünfte vor. Die Gewalt habe viele Kinder traumatisiert. Etliche Mädchen und Jungen seien von ihren Familien getrennt worden. Zudem gibt es laut UNHCR zahlreiche Berichte über Frauen, die schwere konfliktbedingte sexuelle Gewalt erlebt haben.

Im Südsudan tobt ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem früheren Stellvertreter Riek Machar. Die Rivalen tragen ihren Konflikt auch in Jonglei aus. Seit 2025 intensiviert sich die Auseinandersetzung, Machar wurde seines Amtes enthoben und wegen Mordes und Hochverrat angeklagt. Den UN zufolge wurden im Südsudan allein in diesem Jahr Hunderte Zivilistinnen und Zivilisten getötet.

 

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