Berlin/Lima - Nach der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru zeichnet sich noch kein eindeutiges Ergebnis ab. Nach Auszählung von rund 83 Prozent der Stimmen führt die Rechtspopulistin Keiko Fujimori mit 51 Prozent vor dem Linkspopulisten Roberto Sánchez, wie die Wahlbehörde am frühen Montagmorgen mitteilte. Beide Kandidaten sprechen von einem "technischen Patt" und wollen abwarten, bis alle Stimmen gezählt sind, wie örtliche Medien berichteten.
Nach ersten Umfragen an den Wahlurnen, die Sánchez eine knappe Führung vorhersagten, hatte sich dieser bereits siegessicher gegeben. "Heute beginnt der Tag, an dem wir den mafiösen Pakt aus der Regierung vertreiben werden", erklärte Sánchez laut der Zeitung "La República" am Sonntag. Aktuell wird Peru von mehreren Korruptionsskandalen erschüttert, die das Vertrauen in die Politik stark beschädigt haben.
Acht Präsidenten in zehn Jahren
Fujimori, die Tochter des von 1990 bis 2000 autoritär regierenden Alberto Fujimori, erklärte am Wahlabend: "Ich werde das Wahlresultat respektieren, egal wie die Wahl ausgeht." Fujimori befindet sich das vierte Mal in Folge in der Stichwahl und hat versprochen, mit harter Hand gegen die steigende Kriminalität im Land vorzugehen. In der Vergangenheit hatte sie die Wahlergebnisse mehrmals angezweifelt.
Peru hatte innerhalb der vergangenen zehn Jahre insgesamt acht Präsidenten. Geprägt von politischer Instabilität, sind Kriminalität und Korruption im Land stark gestiegen. Bei der ersten Wahlrunde öffnete die Wahlbehörde aufgrund technischer Fehler manche Wahllokale erst gegen Nachmittag, weshalb die Abstimmung um einen Tag verlängert werden musste. Später benötigte sie über einen Monat, um ein endgültiges Wahlergebnis festzustellen.