München - Im vergangenen Jahr sind laut einer Studie mindestens 22.600 Zivilistinnen und Zivilisten in insgesamt 65 Ländern und Gebieten durch Explosivwaffen getötet worden. Dies sei ein Rückgang im Vergleich zu 2024 (28.600 Tote), vor allem aufgrund der Waffenruhen in Gaza und Libanon, teilte die Hilfsorganisation Handicap International (HI) in München mit. Zu den Explosivwaffen gehören etwa Fliegerbomben, Mörsergranaten, Raketen, Drohnen, Artilleriegranaten ebenso wie Sprengfallen, Landminen und Streumunition.
In der Ukraine, im Jemen und in Syrien stieg die Zahl der Opfer 2025 jedoch an, hieß es weiter. Allein in der Ukraine habe sich die Zahl getöteter Zivilistinnen und Zivilisten um 45 Prozent erhöht, heißt es im Explosivwaffen-Monitor 2025, den HI und ihre Partnerorganisationen des Internationalen Netzwerks INEW am Mittwoch veröffentlichten. Luftgestützte Waffen, zunehmend Drohnen, waren den Angaben zufolge für 67 Prozent aller Vorfälle verantwortlich, bei denen Zivilistinnen und Zivilisten zu Schaden kamen. Dieser Anteil nehme weiter zu.
Angriffe haben jahrelange Folgen
Deutlich zugenommen haben laut dem Bericht die Angriffe auf Schulen und Universitäten (um knapp 200 Prozent), humanitäre Hilfsmaßnahmen (um 52 Prozent), Krankenhäuser und -wagen sowie Nahrungsmittelversorgung, Märkte, landwirtschaftliche Flächen und die Wasserinfrastruktur. Sie würden „in immer größerem Umfang, an immer mehr Orten und von immer mehr Akteuren zerstört“, sagte Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Arbeit von Handicap International Deutschland. „Zerstörte Schulen, Krankenhäuser, Märkte, Wasserversorgung und humanitäre Konvois stehen nicht nur für beschädigte Infrastruktur, sondern für verlorene Chancen und Zukunft“, sagte Fischer.
Noch Jahre nach den Explosionen litten Zivilistinnen und Zivilisten unter Blindgängern, fehlender Versorgung, unterbrochener Bildung und zerstörten Lebensgrundlagen. Handicap International ist eine gemeinnützige Organisation und setzt sich nach eigenen Angaben in rund 60 Ländern für die Belange von Menschen mit einer Behinderung ein. Zu den Schwerpunkten zählt das Engagement gegen den Einsatz von Landminen, Streubomben und anderen Explosivwaffen.