Bonn - Nicht nur mit ihrem Lebensstil, sondern vor allem mit ihren Investitionen verursachen die Allerreichsten der Welt laut einem Greenpeace-Bericht Klimaschäden von Hunderten Milliarden Dollar. Allein für das Jahr 2022 würden den Investitionen und Beteiligungen der reichsten 0,01 Prozent Klimaschäden von rund 992 Milliarden US-Dollar zugerechnet, erklärte Greenpeace am Mittwoch zur Veröffentlichung des Reports auf der Bonner Klimakonferenz.
Klimaverantwortung lasse sich nicht allein am klimaschädlichen Lebensstil festmachen, also etwa Privatjet-Flügen, betonte Greenpeace. Die schädliche Klimawirkung der Investitionen und Beteiligungen der Superreichen werde aber sowohl in der weltweiten als auch in der nationalen Klimapolitik bislang weitgehend ausgeblendet.
Besteuerung angemahnt
„An extremen Vermögen hängen noch größere Klimaschäden als bisher angenommen“, erklärte Greenpeace-Expertin Clara Thompson mit Blick auf die Ergebnisse der Studie, die das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag der Umweltorganisation erstellte. „Die Spitze der Superreichen trägt besonders stark zur Klimakrise bei und muss nach dem Verursacherprinzip auch stärker an den Kosten beteiligt werden.“
Schon allein mit einer Besteuerung der Klimaschulden der Allerreichsten könnte der Klimafinanzierungsbedarf in den besonders von der Klimakrise betroffenen Ländern zu einem erheblichen Teil aufgefangen werden. Greenpeace forderte die Regierungen auf, sich in den internationalen Verhandlungen für eine wirksame Vermögensbesteuerung Superreicher und emissionsintensiver Unternehmen einzusetzen.