Peru: Fujimori bei Stichwahl ums Präsidentenamt weit vorn

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru hat sich die rechtsgerichtete Politikerin Keiko Fujimori einen uneinholbaren Vorsprung gesichert. Ihr linker Kontrahent Sánchez spricht von Betrug - Beweise legt er jedoch nicht vor.

Bogotá, Lima - Bei der Präsidentschaftswahl in Peru steht Keiko Fujimori vor dem Sieg. Nach Angaben des Nationalen Wahlrates von Mittwoch liegt die rechtsgerichtete Politikerin in der Stichwahl mit 50,12 Prozent um 43.386 Stimmen uneinholbar vor ihrem linken Konkurrenten Roberto Sánchez. Ausgezählt sind 99,86 Prozent der Stimmen, es fehlen noch rund 40.000 Stimmen. Das offizielle Endergebnis steht noch aus.

Am Dienstag hatte Sánchez ohne Beweise behauptet, dass „Wahlbetrug im Gange“ sei und kündigte an, die Wahlergebnisse nicht anzuerkennen. Er beantragte die Annullierung von Tausenden im Ausland abgegebenen Stimmen, was die Wahlbehörde jedoch ablehnte.

Harte Hand gegen Kriminalität

Die 51-jährige Keiko Fujimori ist die Tochter des autoritären Ex-Präsidenten Alberto Fujimori (1990-2000), der wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption verurteilt wurde und 16 Jahre im Gefängnis saß. Er starb 2024.

Keiko Fujimori war zum vierten Mal angetreten. 2021 war sie mit 0,25 Prozent Stimmunterschied unterlegen, 2016 mit 0,24 Prozent. Sie wird von der US-Regierung unterstützt und will mit harter Hand gegen Kriminalität vorgehen. Irregulär im Land lebende Migranten sollen ausgewiesen werden.

Instabilität und Polarisierung

Bei seiner ersten Kandidatur trat Roberto Sánchez für die Rechte der armen Landbevölkerung ein und forderte eine Reform des Justizsystems. Er wirft Fujimori vor, zu der politischen Krise beigetragen zu haben. Ihre Partei habe den Sturz mehrerer Präsidenten mitzuverantworten. Unterstützt wurde der 57-Jährige von Anhängern des linken Ex-Präsidenten Pedro Castillo, der wegen eines versuchten Staatsstreichs im Gefängnis sitzt.

Seit vielen Jahren ist Peru von politischer Instabilität und Polarisierung geprägt. Immer wieder wird das Staatsoberhaupt vom Parlament abgesetzt, in den zurückliegenden zehn Jahren waren acht Präsidenten im Amt. Mit dem amtlichen Endergebnis wird im Juli gerechnet.

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