Meteorologe Terli: Derzeit ist nichts klimaneutral

Aus Sicht des ZDF-Wettermoderators Terli sollten die Folgen der Klimakrise in den Medien drastischer geschildert werden. Es gebe eine massive Desinformation. Sein Kollege Stöwe wird im "Morgenmagazin" angesichts der aktuellen Hitze sehr deutlich.

Frankfurt a.M. - Der ZDF-Wettermoderator Özden Terli empfindet es als sehr frustrierend, dass auf die Klimakrise aus seiner Sicht nicht ausreichend reagiert und Fakten misstraut wird. „Besonders beunruhigend ist es, wenn man die Entscheidungen der Politik sieht, die komplett konträr sind zu dem, was gemacht werden müsste“, sagte Terli der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag). Dazu komme ein Greenwashing mit Produkten, die vermeintlich klimaneutral hergestellt wurden. „Nein, es gibt derzeit nichts, was klimaneutral ist. Wir verbrauchen permanent Ressourcen, egal, was wir tun“, sagte Terli.

Er sprach von einer massiven Desinformation vonseiten der fossilen Industrie, entsprechender Medien, Politiker und gesellschaftlicher Gruppen. „Diese Klientel verkauft nicht nur die eigene Großmutter, sondern auch die Kinder, Enkel und unzählige Generationen in der Zukunft“, kritisierte Terli.

Im „Morgenmagazin“ des ZDF reagierte der Wettermoderator Benjamin Stöwe am Freitag auf Kritik, wonach aktuelle Vorhersagen während Hitzewellen zu drastisch ausfallen. Mit den Prognosen und der dunkelroten Einfärbung der Wetterkarte solle keine Panik verbreitet werden. Es gehe darum, den Menschen die Möglichkeit zu geben, sich vorzubereiten auf die für das Wochenende erwartete „enorme, extreme und ungewöhnliche Hitze“. Bis zu 43 Grad Celsius seien möglich. „Das habe es in dieser Form, in diesem Land so noch nie gegeben“, sagte Stöwe.

Terli spricht von globaler Erhitzung statt Klimawandel

Der Meteorologe Terli wünscht sich auch für die Berichterstattung der Medien über die langfristige Veränderung des Klimas deutlichere Worte. „Der Begriff 'Klimawandel' ist extrem schwach. Da wandelt sich nichts. Ich benutze strikt 'globale Erhitzung', auch wenn das oft zu Diskussionen führt“, sagte er. Denn es gehe um einen „brachialen, epochalen Umbruch in der Menschheitsgeschichte“. „Wenn das den Menschen wirklich im Detail bewusst wäre, würden sie sich anders verhalten, da bin ich mir sicher“, sagte Terli.

„Wenn man da schwadroniert, gibt es auch keine korrekte Risikoabschätzung“, führte der ZDF-Wettermoderator aus und fügte hinzu: „Die machen wir, wenn es um Geld oder Versicherungen geht. Aber bei der größten Herausforderung der Menschheit nicht? Warum nicht?“

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