Alabali Radovan: Entwicklungspolitik muss stärker priorisieren

Entwicklungsministerin Alabali Radovan warnt davor, dass Deutschland seinen Einfluss in der Welt schmälert, wenn die Entwicklungszusammenarbeit aus finanziellen Gründen weiter zurückgefahren wird.

 München - Die wiederholten Kürzungen im Haushalt des Bundesentwicklungsministeriums haben nach den Worten von Ministerin Reem Alabali Radovan (SPD) konkrete Folgen. „Was wir uns leider nicht mehr leisten können, ist die Unterstützung im Bereich Flucht in Südamerika oder Südostasien. Das ist dramatisch, wenn man an die Gruppe der Rohingya denkt, eine der größten Flüchtlingskrisen der Welt“, sagte Alabali Radovan der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag). Dafür konzentriere sich Deutschland aber in diesem Bereich auf seine Nachbarregionen, etwa den Nahen Osten und Nordafrika.

Deutschland hat in den vergangenen Jahren wie andere Länder auch die Gelder für die Entwicklungszusammenarbeit deutlich reduziert. Standen dem Entwicklungsministerium 2023 noch rund 12,16 Milliarden Euro zur Verfügung, liegt der Etat im laufenden Jahr bei etwa 10,05 Milliarden Euro.

Verweis auf Deutschland als Exportnation

„Zu glauben, wir können mit weniger Geld dasselbe leisten wie zuvor, wäre naiv“, sagte Alabali Radovan. Es werde stärker priorisiert. „In aufstrebenden Ländern wie Indien, Brasilien und Mexiko, die mittlerweile ihre Entwicklung selbst finanzieren können, setzen wir stärker auf wirtschaftliche Zusammenarbeit statt auf Kredite“, sagte die SPD-Politikerin.

Die Zukunft liege in Afrika, Lateinamerika und Asien. „Wenn wir dort als eine der größten Exportnationen weiter eine wichtige Rolle spielen wollen, dürfen wir uns nicht kleiner machen, als wir sind“, sagte Alabali Radovan.

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