Berlin - Zum 15. Jahrestag des Starts des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) fordert der Deutsche Caritasverband eine verlässliche Absicherung des ehrenamtlichen Engagements. „Entscheidend ist die auskömmliche Finanzierung der Freiwilligendienste, insbesondere der pädagogischen Begleitung mit qualifizierten Bildungs- und Unterstützungsangeboten“, sagte Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa am Dienstag in Berlin. Sie würdigte den am 1. Juli 2011 gestarteten BFD als „Dienst für die Gesellschaft, der Mitmensch-Sein zu einer Mitmach-Geschichte werden lässt“.
„Lange bevor wir uns angewöhnt haben, von Krisenresilienz zu sprechen, haben die Freiwilligendienstleistenden gesellschaftliche Abwehrkräfte gegen Gefahren aller Art mobilisiert - vor allem gegen Gleichgültigkeit und Herzenskälte“, sagte die Präsidentin. Zugleich beklagte sie, „dass die Einführung des neuen Wehrdienstes und die Debatte um einen neuen Zivildienst als Ersatzdienst für eine (Bedarfs-)Wehrpflicht die zivilen Freiwilligendienste auf die Zuschauerbänke verbannt“. Das sei ein grober Fehler, denn Krisenresilienz sei mehr als militärische Verteidigungsbereitschaft. „Wir brauchen eine lebendige Kultur freiwilligen Engagements, um für Krisensituationen mit einer Kultur zupackender Mitmenschlichkeit gerüstet zu sein“, betonte Welskop-Deffaa.
Verband will Rechtsanspruch auf Förderung
Unerlässlich seien dafür ein chancengerechtes Freiwilligengeld in Höhe des BAföG und ein Rechtsanspruch auf Förderung, wenn eine Vereinbarung zwischen Einsatzstelle, Träger und Freiwilligendienstleistenden bestehe: „Damit könnten Planungssicherheit und eine echte Gleichwertigkeit gegenüber anderen Diensten geschaffen werden“, so die Caritas-Chefin.