Abuja/Genf - Gewalt und fehlende Gelder haben die Hungerkrise im Norden Nigerias laut den Vereinten Nationen weiter verschärft. Mehr als 17 Millionen Menschen in neun Bundesstaaten Nigerias leiden unter schwerem Hunger, wie das Welternährungsprogramm der UN (WFP) am Donnerstag in Abuja mitteilte.
Im Nordosten des Landes sei die Krise so schlimm wie seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr. Ein Brennpunkt sei der Bundesstaat Borno, wo mehr als drei Millionen Menschen hungerten. Kinday Samba, Regionaldirektorin des WFP für West- und Zentralafrika, erklärte, dass sich die Angriffe von Rebellen und die Gewalt über den Nordosten Nigerias hinaus ausbreiten.
Zugang zu Menschen unmöglich
Menschen würden von ihrem Ackerland vertrieben und der Zugang für humanitäre Helfer sei teilweise unmöglich, erklärte sie. Das WFP betonte, dass auch die starken Kürzungen bei der humanitären Hilfe die Unterstützung einschränken. Viele westliche Länder haben ihre Zahlungen für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit teilweise drastisch heruntergefahren. Im Nordosten Nigerias und darüber hinaus terrorisiert die islamistische Miliz Boko Haram die Bevölkerung.