Kritik an weiteren Kürzungen bei Entwicklungszusammenarbeit

Die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit sind in den vergangenen Jahren deutlich gekürzt worden. Eine weitere Sparrunde wollen Hilfswerke nicht hinnehmen.

Berlin- Angesichts drohender weiterer Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit ruft ein Bündnis von Hilfsorganisationen zu Protesten auf. Vor dem Bundeskanzleramt solle am Montag ein Zeichen gegen die „geplanten drastischen Einschnitte“ gesetzt werden, teilte Oxfam am Freitag in Berlin mit. Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Hilfswerke warnten vor den Folgen deutscher und weltweiter Kürzungen.

Diese träfen besonders die globale Gesundheit, sagte die Präsidentin von „Brot für die Welt“ und der Diakonie Katastrophenhilfe, Dagmar Pruin. Die Folgen seien derzeit beim Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo zu erleben: „Ein tödliches Virus trifft auf ein geschwächtes Gesundheitssystem.“ Wegen der Kürzungen vieler Länder seien Gesundheitsprojekte beendet worden.

700 Millionen Frauen in Konfliktregionen

Der Geschäftsführer von „Aktion gegen den Hunger“, Jan Sebastian Friedrich-Rust, mahnte angesichts des globalen Hungers verlässliche finanzielle Zusagen an. Charlotte Becker, Vorständin von Oxfam Deutschland, warnte vor Einschnitten für fast 700 Millionen Frauen, die weltweit in Konfliktregionen lebten. „Wenn Gesundheitsstationen schließen und Frauenrechtsorganisationen ihre Arbeit einstellen müssen, hat das einen Preis: Frauen verlieren ihr Leben, Mädchen ihre Perspektiven“, sagte Becker.

Nach Angaben des Entwicklungsministeriums soll der Etat für das Haus laut Eckwertebeschluss der Bundesregierung im kommenden Jahr um knapp 600 Millionen Euro auf etwa 9,5 Milliarden Euro sinken. Damit würde er das fünfte Jahr in Folge schrumpfen. Die Mittel für humanitäre Hilfe, die im Auswärtigen Amt angesiedelt sind, wurden im Vergleich zu 2024 halbiert, auf aktuell 1,05 Milliarden Euro.

Für nächste Woche wird der konkrete Haushaltsentwurf für 2027 erwartet. Dem Protest-Bündnis gehören nach eigenen Angaben rund 20 Organisationen an, darunter etwa Care und das katholische Hilfswerk Misereor.

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