Venezuela gründet neue Militäreinheit für Katastrophenfälle

Die venezolanische Regierung reagiert auf Kritik am Katastrophenmanagement nach dem verheerenden Erdbeben. Derweil steigt die Zahl der Toten auf über 3.300.

Berlin/Caracas - Venezuelas amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez hat als Reaktion auf Kritik am Katastrophenmanagement der Regierung eine neue Einheit der Streitkräfte für Katastrophenfälle angekündigt. Diese solle sofort mit technischem Gerät für Hilfs- und Sucheinsätze ausgestattet werden, sagte Rodríguez am Sonntag (Ortszeit) bei der Vereidigung von Armeeoffizieren laut der staatlichen Nachrichtenagentur AVN.

Zuvor war Kritik am Vorgehen des Militärs laut geworden. Die oppositionsnahe Onlinezeitung „El Nacional“ berichtete über Proteste von Angehörigen, die eine unzureichende Beteiligung der Soldaten an der Suche nach Überlebenden beklagten. Diese hätten sich demnach überwiegend auf Sicherheitssaufgaben beschränkt.

Zehntausende Vermisste

Knapp zwei Wochen nach den beiden Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 suchen Angehörige weiterhin in den Trümmern nach Vermissten. Die Behörden meldeten bis Wochenbeginn mehr als 3.300 Tote, mehrere zehntausend Menschen gelten weiter als vermisst. Venezuela befand sich bereits vor den Beben wegen Misswirtschaft und internationaler Sanktionen in einer humanitären Krise.

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