Menschenrechtler: Zwangsrekrutierung von Jugendlichen in Tigray

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft den Behörden in der äthiopischen Region Tigray Zwangsrekrutierungen vor - auch die von Jugendlichen.

Nairobi/Addis Abeba - Menschenrechtler berichten von der Zwangsrekrutierung Jugendlicher in der Region Tigray in Äthiopien. Die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) habe seit April unrechtlich Zivilisten in ihre Streitkräfte rekrutiert, darunter Kinder im Alter von 15 Jahren, erklärte Human Rights Watch in einem am Montag veröffentlichten Bericht. Männer und Jungen seien aus ihren Häusern, Büros und Arbeitsplätzen geholt worden.

Die Menschenrechtsorganisation konnte aus 18 Interviews mehrere konkrete Fälle von Zwangsrekrutierung rekonstruieren. Zum Teil würden ehemalige Kämpfer in die Truppen geholt, zum Teil aber auch neue Rekruten auf Lkws weggebracht, erklärte Human Rights Watch unter Berufung auf Augenzeugen.

Spannungen verschärfen sich

Viele junge Männer hätten die Region in den vergangenen Wochen verlassen, um dem zu entgehen, heißt es weiter in dem Bericht. Human Rights Watch forderte die Freilassung der Zwangsrekrutierten und ein Ende des Angstklimas, das die TPLF verbreite.

Von 2020 bis 2022 herrschte in der Region Tigray ein blutiger Krieg, von dem sich die Region noch lange nicht erholt hat. In den Kämpfen zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) wurden Schätzungen zufolge Hunderttausende Menschen getötet. Trotz eines Friedensabkommens verschärften sich die Spannungen zuletzt wieder.

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