Genf. In dem Konfliktland Sudan breitet sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Cholera aus. Bislang seien 1.330 Fälle mit 114 Gestorbenen erfasst worden, teilte die WHO am Freitag in Genf mit. Der gegenwärtige Ausbruch wurde am 27. Juni für den Bundesstaat West-Kordofan erklärt. Inzwischen hat er laut WHO auch Nord-Kordofan, Zentral-Darfur und Süd-Darfur erreicht. Die Region um die belagerte Stadt Al-Obeid sei ebenfalls betroffen.
Die WHO befürchtet, dass sich die Lage durch die Regenzeit weiter verschlimmert. Überschwemmungen und verschmutzte Wasserquellen böten „ideale Bedingungen für die Ausbreitung“ von Krankheiten wie Cholera. Im Sudan treten laut WHO auch Dengue-Fieber, Malaria, Masern und andere schwere Krankheiten auf.
Kriegsbedingte Not
In dem nordostafrikanischen Land bekämpfen seit mehr als drei Jahren die Armee und die Miliz „Rapid Support Forces“. Mehr als 33 Millionen Menschen brauchen humanitäre Hilfe.
Cholera ist eine Darminfektion. Sie wird laut Kinderhilfswerk Unicef durch Lebensmittel oder Wasser verursacht, die mit dem Bakterium Vibrio cholerae kontaminiert sind. Verunreinigtes Trinkwasser sei der häufigste Infektionsherd für Kinder und Familien.
