Berlin, Kinshasa - Schon mehr als 2.000 Fälle und eine drohende Ausbreitung über die Grenze hinweg: Der Ebola-Ausbruch im Kongo verschärft sich nach Einschätzung der Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) weiter. In bereits betroffenen Gebieten stiegen die Fallzahlen kontinuierlich, gleichzeitig breite sich das Virus in andere Regionen aus, erklärte das IRC am Mittwoch. Damit erhöhe sich auch das Risiko einer grenzüberschreitenden Ausbreitung nach Südsudan erheblich.
„Die Gefahr für Südsudan ist besonders alarmierend: Sollte Ebola die Grenze überschreiten, könnte sich das Virus unbemerkt ausbreiten, bevor es entdeckt wird“, betonte der IRC-Vizepräsident für Notfalleinsätze, Bob Kitchen. Schwache Überwachungssysteme, eine unzureichende Gesundheitsinfrastruktur, anhaltende Konflikte und eine geringe humanitäre Präsenz könnten die Entdeckung und Reaktion verzögern. Zwei bestätigte Fälle in der kongolesischen Grenzregion zum Südsudan hätten das Risiko zuletzt erhöht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätze die Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung in das Nachbarland auf 70 Prozent.
Rund 360 Infizierte genesen
Der Ebola-Ausbruch im Osten der Demokratischen Republik war Mitte Mai entdeckt worden. Bis Wochenbeginn meldeten die kongolesischen Behörden 2.011 bestätigte Fälle und 754 Tote, bei denen eine Ebola-Infektion nachgewiesen war. 366 Infizierte sind demnach bislang genesen.
Gegen die für den Ausbruch verantwortliche Bundibugyo-Variante des Erregers gibt es bisher weder zugelassene Medikamente noch eine Impfung. Zusätzlich erschwert wird die Eindämmung durch die seit Jahrzehnten anhaltende Gewalt im Ostkongo. Dort kämpfen zahlreiche Gruppen und Milizen um Macht und die Kontrolle über Rohstoffe.
